Aggressionen Verstehen, All in
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Aggressionen verstehen – was sind die Ursachen dafür?

Was sind die Ursachen für Aggression? Eine Frage über die sich Forscher seit Jahren streiten, fachsimpeln oder austauschen. Auch mir wird diese Frage immer oft als Erstes gestellt. Es bedarf viel Beobachtung, Analyse und genaue Recherchen auf den einzelnen Hund bezogen, um festzustellen, was ein Verteidigungsverhalten auslöst. In unserer Rubrik Aggressionen verstehen – möchte ich heute einmal über die Ursachen berichten und was sich ein Hund überhaupt davon verspricht.

Alle Verhaltensanpassungen, auch Verteidigungsverhalten dienen letztlich dem Ziel, zu überleben. Um jedoch ein Überleben sicherstellen zu können, muss ein Hund sich an Ereignisse die im Zusammenhang mit seinen Bedürfnissen stehen anpassen, um irgendwie auf die Ereignisse Einfluss nehmen zu können. Eine Anpassung wäre zum Beispiel Unterwürfigkeit zeigen, wenn er auf andere Hunde trifft. Der Hund passt sich der Situation an, in der er sich also grade befindet. So wie sich ein Hund freuen oder unterwürfig zeigen kann – kann ein Hund genauso Verteidigungsverhalten an den Tag legen – auch das ist eine Anpassung und steht den anderen in nichts nach – wir Menschen nehmen es jedoch als negativ wahr.

 

Hunde sind genetisch darauf programmiert, die Verhaltensweisen zu verwenden, die ihnen einen Einfluss auf die Situation oder die Umwelt sichern. Größtmögliche Belohnung, kleinstmögliche Strafe. Verteidigt ein Hund zum Beispiel seinen Besitzer vor einer anderen Person und diese Person geht zurück, ist es die Belohnung für den Hund und gleichzeitig die Bestätigung. Denn er gewinnt den größtmöglichen Abstand zu einer furchterregenden Sache – der Abstand dient als Verstärker und somit zur Bestätigung.

Jeder normale denkt jetzt – also gehe ich einfach auf einen aggressiven Hund weiter zu? Um ihn keine Bestätigung dafür zu geben? Hier stopp. Wenn man sich mit dieser Art von verhalten beschäftigt muss man die, die das Lernen spielt, berücksichtigen. Auch wenn Aggressionen immer gerne als Reflex auf einen Reiz wahrgenommen werden von uns Menschen ist dies nicht so. Das Gehirn von Hunden werten diesen Reiz erst aus und wählt eine Reaktion zum Teil gestürzt aus dessen, was in der Vergangenheit gut funktioniert hat und was nicht. Um das „Objekt“ in unserem Fall den anderen Menschen loszuwerden. Aggressionen ist also ein sehr komplexes und vor allen vielschichtiges Phänomen.

Dies geht schon ins Aggressionen Training hinein und sollte nur mit gut ausgebildeten Hundetrainer und Co. Partnern mit Hunden trainiert werden. Trainiert so etwas bitte nie selbstständig und auf eigene Faust – aus Erfahrung weiß ich leider, dass so etwas immer schief geht!

Bei Aggressionen geht es also im Wesentlichen um Kontrolle der Situation und um Einfluss auf eine Situation. Kontrolle dient der Anpassung, die Wiederrum dem Überleben dient. Dies ist der Urinstinkt jedes Tieres und auch von uns Menschen. Überleben.

Was ist nun die Ursache für dieses verhalten?

Auf diese Frage gibt es mehr wie eine Antwort, so viel steht fest. Falsche Sozialisierung,  keine Sozialisierung, fehlerhaftes spielverhalten oder, weil sie so wie auch wir Menschen angst bekommen oder wütend werden. Hunde die Angst haben verteidigen sich wenn notwendig, genau wie Menschen. Was der Hund in dieser Situation für notwendig hält anzuwenden, ist eben so unterschiedlich wie beim Menschen.

[genaueres zum Thema angstbedingte Aggressionen, aktives & passives verteidigungsverhalten findet ihr hier>>>>>].

Der Hund ist in manchen Dingen sehr schön vergleichbar, mit dem Menschen um es ihnen leichter zu machen zu verstehen, dass Aggressionen oder verteidigungsverhalten, nichts grundsätzlich Böses ist, sondern eine Reaktion auf eine Situation. Einen aggressiven Hund mit einem „bösen“ Hund gleichzusetzen ist Gift für alle beteiligten.

Als Beispiel- Jäger egal ob Hund oder Mensch wenden Gewalt aktiv an um beute zu töten, sei es nun mit einem Gewehr oder mit den Zähnen. Ist jetzt ein Jäger mit Gewehr grundsätzlich ein böser Mensch? Nein.

Zusammengefasst kann man also sagen, Aggressionen sind eine Strategie der Verhaltensanpassung auf die Umwelt. Die dazu dient, dass zu bekommen was sie wollen und um das zu vermeiden, was sie nicht wollen. Ein Hund ist von seiner Biologie her darauf programmiert, wenn es nötig ist, Aggressionen einzusetzten. Jeder Hund hat Aggressionen so wie wir Menschen ob sie nun ausgelebt oder gebraucht werden steht auf einer ganz anderen Karte. Hier sind wir im Thema Reizschwellen und Stressbewältigung.

Wir als Halter finden Aggressionen natürlich alles andere als gut, und es liegt an uns, sie zu behandeln. Dafür und das kann ich einfach nicht oft genug sagen, ist eine genaue Analyse des Hundes notwendig. Oftmals wissen die Halter selber nicht genau, warum ihr Hund jetzt aggressiv ist. Situationen kann man immer gut beschreiben, wo der Hund Aggressionen zeigt. Doch im Detail  des was, wieso, warum, Angst oder Wut beim Hund kann oft nur ein Hundetrainer genau sagen. Achtet hier auf einen wirklich zertifizierten und vor allen staatlich geprüften Hundetrainer. Am besten mit Schwerpunkten zur Körpersprache oder Verhaltensforschung.

Die Frage des warum ist also sehr komplex und alles andere als einfach zu beantworten – ihr erkennt einen guten Trainer daran, dass er nicht sofort beginnt zu trainieren. Jeder Hund, vor allen bei Problemen braucht ein individuelles Training ebenso wie der Besitzer. Das setzt eine genaue Analyse und viel Ausarbeitung von seitens der Trainerin voraus. Schaut also genau hin – es wird sich lohnen. Aggressionen verschwinden nicht einfach von heute auf morgen da sie keine Krankheit oder Fehlverhalten sind – im Gegenteil. Genaueres dazu findet ihr in unserem Artikel, 10 dinge, die man über Aggressionen wissen sollte.

Verteidigungsverhalten beim Hund, hat mehr mit dem Besitzer zu tun als viele denken. Hunde setzen Aggressionen oft als letztes Mittel ein. Wo ist also der Halter in der Situatiuon? Meist reagieren wir Falsch. Als Halter, muss man Lernen, seinen Hund einzuschätzen. Ihn zu führen und ihm die Angst zu nehmen. Wenn man als Halter sicher ist, kann es auch der Hund werden. Daher sollte bei diesem Training auch sehr viel mit den Menschen gearbeitet werden! Oftmals mehr als die Hunde selber.

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3 Kommentare

  1. Mir gefällt die Reihe über Aggressionen sehr gut. Ein spannendes Thema, das leider häufig ausgeblendet wird und doch bei vielen Hunden eine Rolle spielt.
    Aber darf ich mal etwas fragen? Warum eigentlich die Großschrift? Natürlich ist das irgendwie Geschmackssache, aber ich persönlich finde es ziemlich anstrengend zu lesen. Wie gesagt, den Inhalt finde ich sehr gut.
    Herzliche Grüße,
    Nora mit Mia und Kalle

    • FrauVela sagt

      Hallo ihr Lieben, vielen Dank für eure Meinung, es freut mich das euch die Ihalte gefallen. Die großschrift ist irgendwie so ein splin geworden 😉 aber und darüber freue ich mich sehr bis nächste Woche wird die großschreibung abgeschafft !!! Also kannst du wieder in ruhe unsere Artikel lesen 😉

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