Aggressionen Verstehen, All in
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Agressionen verstehen – Welche Arten von Aggressionen gibt es?

Aggressionen. Aggressionen können wie wir wissen, die verschiedensten Auslöser haben und die unterschiedlichen Reaktionen hervorrufen. Man kann einen Hund also in keine Schublade stecken! Oder etwa doch? Nicht jeder Hund, ist aus dem gleichen Grund aggressiv. Es gibt klar definierte Unterschiede aus Motivation, Erfahrung und verhalten. Es gibt verschiedene Arten von Aggressionen und diese möchten wir heute einmal aufzeigen.

Man unterscheidet Aggressionen wie folgt: (die gängigsten).

  • Aggressionen von Hund zu Hund
  • Aggressionen von Hund zu Mensch
  • Angstbedingte Aggressionen
  • Territorial Aggressionen
  • Ressourcenverteidigung und Aggressionen
  • Aggressives spielen.
  • Medizinisch bedingte Aggressionen.
  • Idiopathischen Aggressionen (angerichtete Aggressionen)

Aggressionen von Hund zu Hund //

Aggressionen von Hund zu Hund sind meist auf ein Konkurrenzverhalten zurückzuführen oder aus einer Frustration heraus. Hund haben gemeinsame Interessen und Vorlieben. Vor allen bei Mehrhundehaltung ist das zu beobachten, wobei es hier eher um gemeinsame Interessen geht. Bei Hunden, die nicht zusammenleben, beobachtet man häufig Aggressionen durch unterschiedliche Charakteren. Bedingt durch Angst oder mangelnde Sozialisierung durch den Halter. Kontakt zu anderen Hunden ist daher sehr wichtig. Aggressionen gegenüber dem gleichen Geschlecht ist der Klassiker der Halter – dies ist reines Konkurrenzverhaltens. Typische Situationen wo sich Aggressionen bilden sind diese, wo Hunde lerne andere Hunde zu mobben und sich damit selber aufzuwerten. Daher ist es wichtig, Spielsituationen zu Beobachtern und zu kontrollieren.

Aggressionen von Hund zu Mensch //

Aggressives Verhalten von Hund auf den Menschen, ist meist auf das Fehlverhalten des Menschen zurückzuführen. Fehlende Sozialisierung, sowie falscher Umgang führen dazu, dass sich Hunde gegenüber dem Menschen abschotten. Meist droht der Hund erst mit bellen oder knurren. Erst im Verlauf wird der Hund aktiv gegenüber dem Menschen. Der Mensch ist der Auslöser und dieser sollte daran arbeiten mit seinem Hund zusammen.

Angstbedingte Aggressionen //

Angstbedingte Aggressionen kann jeden Hund treffen und auch jeder Hund zeigen. Selbst dem Endspanntesten Hund, kann eine Menschenmasse  oder ein bestimmte Situation, angst machen. Üblicherweise werden angstbedingte Aggressionen erst dann als Aggressionen wahrgenommen, wenn der Hund zubeißt. Also offensives verteidigungsverhalten zeigt. Doch Achtung. Der angstbedingte Hund zeigt flucht, knurren, bellen, einfrieren und viele weitere Signale. Die seinem gegenüber klar machen sollen, dass er dies grade gar nicht gut findet. Also passives Verteidigungsverhalten. Hier ist es wichtig, dass der angstbedingte aggressive Hund diese Entwicklung zum offensiven nicht macht. Der Hund zeigt erst dann offensives Verhalten, wenn passives – bellen oder knurren nichts mehr bringt. Hat der ängstliche Hund das gelernt, wird er dieses Verhalten etablieren. Hier ist der Halter in der verantworten, die Vorzeichen zu erkenne und richtig zu reagieren.

Territorial Aggressionen //

Ein häufiges Vorkommen dieser Form von Aggressionen, beobachten man bei ausgewachsenen Rüden, die besonderes eiweißhaltig ernährt werden. In den Statistiken sind sie häufiger, jedoch hauptsächlich deswegen, weil der Mensch die rüden zum bewachen von Grundstücken  einsetzt. Das verhalten ist bei einem unkastrierten rüden oft etwas Heftiger, nach einer Kastration verändert sich das verhalten jedoch kaum. Vor allen Haus und Garten fallen bei Hunden unter das Territoriums verhalten.

Ressourcen Aggressionen //

Wie bei dem Angstbedingen Aggressionen, kann auch bei der Ressourcen Verteidigung jeder Hund zu Aggressionen neigen. Je nachdem, wie wertvoll eine Sache für den Hund ist, desto mehr verteidigt er diese. Nicht richtig sozialisierte Hunde, die zum Beispiel auf Grund der Lebensbedingungen nie gelernt haben zu teilen, zeigen dieses Verhalten intensiv und lang anhaltend. Diese Hunde haben nie gelernt, dass es durchaus positiv sein kein, wenn ihm etwas weggenommen wird. Hunde leben im hier und jetzt, somit bewachen sie die Dinge die ihnen in einem bestimmtes Moment, wichtig sind. Von Spielzeug bis futter, über das Bett, bis hin zum Menschen, kann der Hund diese Dinge als seine Ressourcen ansehen.

Aggressives spielen //

Ja, auch spielen kann aggressiv motiviert sein oder darin ausarten. Wenn es „zu heftig“ wird, kann spielen leicht Verteidigung werden. Halter sollten daher auch das Richtige spielen mit ihren Hunden lernen, sowie das Richtige spielen mit anderen Artgenossen. Damit man lernt, wann ist es zu viel. Für meinen Hund, für den anderen Hund oder gar für beide.

Medizinisch bedingte Aggressionen //

Aggressionen beim Hund können verschiedene medizinische Ursachen haben. Als medizinisch  bedingte Aggressionen bezeichnet man Aggressionen, die im Zuge einer Krankheit auftreten oder durch diese ausgelöst werden. Anzeichen dafür können sein zum Beispiel:

  • Wenn sich ein Hund aggressiv verhält ohne Auslöser.
  • Aggressionen die „wirklich“ aus dem nichts kommen und plötzlich einsetzten.
  • Wenn sich der Hund so verhält, dass es einem selber eher verrückt oder bizarr vorkommt.
  • Wenn sich ein Ausbruch zu keiner Relation zum Auslöser feststellen lässt.

Ein Tierarzt sollte bei einem gründlichen Check up folgendes untersuchen:

  • Allgemeine Anamnese
  • Röntgenuntersuchung
  • Neuronale Tests
  • Blutbild mit der Berücksichtigung der Schilddrüse
  • Schilddrüsenantikörpertest
  • Urin und Kotuntersuchung
  • Untersuchung der Gehirnflüssigkeit
  • Labortests wie Blutzucker, Gallensäure und Hormonstatus
  • Immunologische Befunde und Tests zu Pilzbefall oder Giftstoffe
  • Computertomografie

Auch aus einer Krankheit heraus können sich Aggressionen bilden. Tägliche Tierarztbesuche, andere Tiere und Artgenossen, schmerzen durch Tests und der tägliche Stress, kann den Hund überfordern und zum aggressiven Verhalten bringen.

Idiopathische Aggressionen //

Diese Aggressionen sind so gut wie nicht behandelbar. Leider. Sie kommen immer aus dem nichts und richten sich gegen alles, jeden und mit besonderer Heftigkeit und Extensivität. Zum Beispiel durch wiederholte gezielte Angriffe, die Menschen ins Krankenhaus bringen oder schlimmeres. Sie sind besonders gefährlich, da dem Intensiven-Offensiven verhalten nichts vorausgeht. Keine Anzeichen oder Auslöser. Hunde mit derartigen Problemen werden meist eingeschläfert.

Ich habe nun die Gängigsten aufgezählt. Es gibt natürlich noch viel mehr, wie zum Beispiel die Aggressionen von Muttertieren. Die auftreten, wenn man der Mutterhündin nach der Geburt die Welpen entziehen möchte. Auch Aggressionen aus Frustration sind gängig – ein Hund, der ständig unterfordert oder schlecht gehalten wird, frustriert an seiner Situation und wird aggressiv. Es gibt auch Aggressionen an der Leine – diese sind oft Auslöser von passiven Hunden, die flüchten möchten. Die Leine hindert den Hund daran, auch Frustration durch die Leine kann Aggressionen auslösen. Der Begriff leinen Aggressionen habe ich bewusst nicht reingenommen, da der Hund oftmals unterschiedlich durch die Leine motiviert ist.

Egal welche Art von Aggressionen der Hund hat. Es ist wichtig, den Auslöser zu finden – wo es möglich ist. So kann man gezielt an das Training gehen. Bei Hunden mit „Vorgeschichten“ kann man oft nur erahnen, welche Situation jetzt aggressives Verhalten ausgelöst hat. Hier muss man das Fehlverhalten korrigieren, anstatt den Auslöser zu Desensibilisieren. Daher ist das Training mit Hunden aus dem Tierschutz oder Ausland häufig länger – da der Auslöser unbekannt ist.

Aggressionen bei frau Vela //

Frau Vela hat vor allen angstbedingte Aggressionen gepaart mit den Aggressionen gegenüber Menschen. Die Mischung war anfangs gefährlich, da die Menschen ihr helfen wollten. Nur mit viel Geduld und konsequenten Training, haben wir dies in den Griff bekommen. Doch eines wird immer sein. Ein Hund also auch frau Vela haben alle Aggressionen und sind nicht heilbar! Warum? Weil Aggressionen keine Krankheit ist, sondern ein verhalten zum Verteidigen und Überleben. Training lebt bei uns daher von Beständigkeit und Wiederholungen.

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