Trainerleben
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Online Hundetraining – kommen uns nicht ins Haus!

Heute drücken wir mal wieder mit der Pfote in die Wunde, über ein Thema was seit einigen Monaten einen richtigen Boom erlebt und nun auch von Hundeblogs immer mehr aufgegriffen und verbreitet wird – Onlinetrainingskurse.

In diesem Artikel werdet ihr immer wieder Bilder von versprechen Lesen, mit denen geworben wird und wo sich mir die Haare sträuben.

Online Hundetraining  – kommt mir nicht ins Haus

Ich bin ehrlich, ich halte nichts davon so überhaupt nicht. Jeden Tag merke ich, wie sehr Menschen Onlinekurse falsch verstehen, mit ihren eigenen Worten falsch interpretieren, oder so genau befolgen ohne sich die Frage zu stellen : „Ist das eigentlich die richtige Methode für mich und meinen Hund?“

Wir lassen uns gerne von schönen Webseiten, tollen Videos und super versprechnungen anlocken und leider oft blenden. Denn ob die Person hinter dem Kurs überhaupt irgendeine Ahnung von Hunde hat, wird oft nur zweitrangig hinterfragt und leider oft nur zweitrangig auf den Seiten beschrieben.

Die Realität sieht leider oft so aus – einige meiner Kunden habe ich dadurch, grade weil Sie sich einen online Kurs gekauft haben, von Personen die zwar Hunde haben jedoch keinerlei Ausbildung.

Etwas was Hundebesitzer oft in sich tragen. Das Gefühl  – Ich bin Experte! Sie haben Hunde also sind sie Experten! Ja ich war auch so eine – früher. Ich hielt mich für die Expertin, dabei hatte ich keine Ahnung, ich hatte Ahnung von MEINEM Hund aber nicht von anderen und das verwechseln viele in der Hundeerziehung und bringen sich in die Position zu sagen – Ich bin die Expertin für Hunde. Doch nicht jede Methode und rangehensweise ist für alle Teams geeignet.

„Vorstellung einer Online Hundeeschule, was zum Teulfel haben Flexileinen da zu suchen? Macht das einen guten Eindruck? Also auf mich nicht, im gegenteil.“

Grade im Training mit Hunden sollte man doch nicht auf Experimente von Menschen setzten sie oft nur ihr wissen aus einer Quelle haben – ihren eigenem Hund.

Es wird oft mit geprüfter Qualität geworben, dabei gibt es deutschlandweit keine Norm für Onlinekurse. Doch so ein selbsterstelltes Prüfsiegel sieht natürlich toll aus und schafft eine gewisse Zufriedenheit und Sicherheit beim Kunden.

Was soll mir dieses Siegel auf einer Deutschen Seite vermitteln?

Ein Mausklick, ersetzt keine geschulten Augen…

..sage ich. Grade im Studium für Tierverhaltensforschung habe ich die letzten Monate wieder gelernt und gestaunt wie unterschiedlich ein Tier ist und wie viel wissen es verlangt einen Hund zu analysieren. Selbst wenn es nur um Grundkomandos geht, steht bei mir die Frage im Raum, ist Methode A für meinen Hund gut oder lieber B.

Dabei helfe ich meinen Teams mit Vertrauen, Ruhe und spaß für Hund UND Halter schonend an die Übungen zu gehen um ihren Hund nicht zu überfordern oder selber körpersprachliche Fehler zu machen . Grade bei solchen Trainings frage ich mich, wie soll das ein Onlinekurs vermitteln?

Individuelles Training für alle, mit Wiederholungen und Korrektur

Gerne wiederhole ich in meinem Training eine Übung aus der vor Woche um die Halter noch mal in ihrer Körpersprache zu korrigieren, zu bestärken, Fortschritte zu sehen oder fragen dazu zu beantworten. Ich merke, wie hoch die Nachfrage ist, fragen die sich ergeben, wenn man erst zuhause beim Trainieren ist.

Da ist es gut, jemanden zu haben der einem auch diese Fragen beantworten kann der den Hund kennt – wie mache ich das bei einem Onlinekurs? Was passiert, wenn man Probleme hat? Aus Erfahrungswerten hören viele dann auf oder probieren etwas anderes – es werden zunehmend experimente gemacht aus unsicherheit die der Beziehung nicht gut. Herangehensweisen auszuprobrieben ist nichts schlechtes, schließlich muss ich ja wissen was mir als Team gut tut doch mit zunehmenden versuchen schwindet das Vertrauen und die Beziehung.

Oft sind die Inhalte in solchen Kursen so seicht, das sie eigentlich kein Geld wert oder sie werden falsch angewendet oder anders interpretiert. Dabei ist der Inhalt oft nicht der finale Knackpunkt, sondern der geliebte 4 Beiner. Ich sage ja immer gerne „jeder Hund ist anderes und lernt auch anderes“ die Person vor dem PC kann man schlecht verallgemeinern, denn der Lernstatus von jedem Team ist unterschiedlich.

Etwas was bei Vela gut klappt, klappt bei anderen nicht, also muss ein anderer vertrauenwürdiger Weg mit gleichen Ergebnissen her.

Trainieren vor dem Bildschirm?

Bei vielen Kursen habe ich zusätzlich den Eindruck gewonnen, das sich hier keine Gedanken um die Umgebung gemacht wird. Üben auf Rutschigem Pakettboden? Na klar – Ihr deppen.

Aus Überforderung wird Experiment

Viele Kunden, die das erste Mal zu mir kommen, haben bereits zahlreiche Onlinekurse gemacht und wissen einfach nicht warum die Tipps und Übungen nicht klappen. Aussage dazu sind oft – Ich mache es genauso, wie Sie es sagen. – Im Video klappt das immer.. die im Video haben das aber so gemacht..

Meine innerliche Frage – passt die Methode zu dir und deinem Hund? Hat man als Halter das in meinen Augen nötige Grundwissen über Körpersprache um zu erkennen, wenn dem eigenem 4 Beiner DAS grade nicht gefällt? Wie ehrlich kann man da zu sich selber sein um den Wissenstand zu prüfen? Bin ich überhaupt geeignet für einen Onlinekurs?

Man muss einen Hund kennenlernen!

Das Konstrukt von Training, sollte durchdacht und auf den Hund zugeschnitten sein. Ein Onlinekurs bietet oft wenig bis keine individuelle Beratung oder persönliche Betreuung. Kennt sich nun ein Halter mit der Körpersprache seines Hundes weniger aus und berichtet dies am Telefon kann das andere Ende des Telefons keine Verhaltensanalyse korrekt durchführen. Meine Worte dazu immer  – keine Ferndiagnose… NIE!

In 12 Wochen zum… suderdupermegageilenperfekten Hund

Wann haben wir begonnen so ein Stress zu machen? In 12 Wochen zum super Hund? Warum muss mal seinem Hund, den so einen Stress machen? Und warum sich selber? Vertrauen und Lernerfolge kann und sollte man meiner Meinung nicht in Wochen Rechnen. Denn diese Art von Druck hat bei mir auf dem Platz nix verloren.

Alles muss immer schneller gehen

Der tot für mich im Training, schnell schnell machen, schnell schnell lernen, schnell schnell Stress und oft folgt beim Hund – schnell schnell vergessen und aus die Maus.

In 7 Tagen, 7 Tricks. Dazu fallen mir nicht mal mehr Worte ein, Sorry. Natürlich wird nie direkt gesagt. Du musst in 7 Tagen 7 tricks lernen aber mal unter uns. Zwischen den Zeilen, von der einen Zeile steht genug. Ich und mein Hund sollen etwas beweisen? Wem muss ich etwas beweisen? Wenn es schon so losgeht, sollten wir uns wirklich Fragen, ob wir Menschen wirklich Hunde haben sollten. Ich persönlich würde mir nie Stress in der Erziehung von Vela geben, irgendjemanden etwas zu beweisen geschweigenden bei Tricks.  Wo wir wieder beim Thema Druck sind …..

 

Und nun?  Was passiert, wenn der PC Heruntergefahren wird? Was wenn es nicht klappt? Oft kommen Unmut, Frustration vom Halter dazu, es wird versucht und versucht, wiederholt, selbst interpretiert und irgendwann doch aufgeben.Getreu dem Motto – ja aber die haben das doch auch hinbekommen!

Was hat man dem Hund nun Gutes getan? Und was hat man für die Hund-Mensch Beziehung in diesen momentan getan?

Aussagen wie „wenn das nicht klappt, versuche etwas anderes“ sind so allgemein in Kursen, das damit alles gemeint sein könnte. Macht man nun einen Fehler, könnte es niemand korrigieren. Aussagen die ich im Training für sehr gefährlich halte. Da man die Person auf der anderen Seite des Bildschirms einfach nicht kennt. Bedeutet, nicht jeder Kurs ist für dich und deinen Hund geeignet.

Slogan wie – du wirst besser, Gesünder, Aktiver und toller sein wie alle vermitteln mir das Gefühl, durch die Blume das Training auf dem Platz zu ersetzen. Gleichzeitig ist Hundeerziehung ja etwas, was man so nebenbei mit einer Hand am Handy machen kann, ist ja alles so simpel. Es ist Günstiger, geiler und mit Slogan wie Traumhund generator oder Traumhund gefällig…. bekomme ich echt das kotzen… Das ist doch hier kein Wettbewerb?? oder doch? Sind wir Halter schon so geworden? Sind Hundecommunities im Internet schon so darauf ausgelegt? Immer höher, besser, weiter als die Leine neben mir?



 

Zum Training gehören 6 Beine!

Wer sagt denn das der Hund das „Problem“ ist? Was wenn der Mensch zum „Perfekten Begleiter“ erst gemacht werden muss? Somit hat man einen völlig Falschen ansatz. Hallo?! An dem Ende der Leine hängen noch 2 Beine dran.

Online Training ersetzt keine Erstanalyse, keine Funktionsanalyse und kein individuelles Training was mit Hund und Halter ausgearbeiter wird.

Hundetraining ist Erziehung MIT Hund jedoch AM Menschen, es ist so,  90 % erzieht man die Menschen im Umgang mit Hunden. Da Hunde oft aus einer falschen Menschenreaktion reagieren. Man muss lernen mit seinem Hund umzugehen, ihn zu Verstehen und zusammen den richtigen weg zu finden und eine herangehensweise der auch für mich als Halter gut ist und hinter der ich stehe. Ein Thema wo Onlinekurse gar nicht drauf eingehen. Wo ist der andere Ende der Leine?!!?

Wie in allen Berichten, sollte man aber nie verallgemeiner, doch ich gebe zu, dass fällt mir in diesem Thema mehr als nur schwer. Es gibt inzwischen verschiedene Module von Tnlinetraining. Wie finde ich also den der zu mir passt, wenn ich so etwas machen möchte?

Es gibt Training zum selbst lernen, emailkurse wo ich mich wie eine Art Newsletter anmelde, betreute Kurse oder Webinare- das Angebot ist riesig und die versprechen immer groß. Nach wie vor ist der Beruf des Hundetrainers nicht geschützt, wie einfach ist es also dann eine Plakette zu erschaffen die mein Training als besonderes gut darstellt? Antwort – einfach-.

Fazit

Danke, aber nein Danke in meinen Augen. Es gibt einfach Dinge nie man mal nicht mit Hilfe des Internets beheben kann, ich weiß voll der schock im Jahr 2018. Das Internet bietet viele möglichkeiten des Austausches und der Informationen, doch bei manchen Dingen sollte auch mal schluss sein.

Es gibt einfach zu viele Nachteile und für mich persönlich hat es auch einen – einmal geschrieben, ein leben kassieren Charakter. Augenscheinlich wird einem die Hundeerziehung ja so einfach gemacht.

Wahrscheinlich aber auch aus der Erfahrung meiner Kunden heraus – bin ich einfach schon gebrannt von diesem Thema. Als Hundehalter sollte man sich wirklich fragen, bin ich geeignet für so einen Kurs und kann ihn in begleitend zum Training auf dem Platz ausüben. Wie aufnahmefähig und geschult bin ich bereits im Thema Hunde, die Frage ehrlich zu beantworten fällt vielen sehr schwer… Oft wird mit freier Zeiteinteilung, wenig aber gezielten Lernphasen und spaß ohne Ende versprochen, keine Nachteile und sofortige Erfolge.

Da beantwortet man die Fragen nach Selbstdisziplin und Erfahrungen doch auch gerne mal etwas großzügiger.

Unterm Strich muss es jeder für sich entscheiden, wie er die Erziehung seines Hundes hält und dieses ausübt. Es ist eine subjektive Meinung von mir. In meinen Augen hat es einfach zu viele Schwachpunkte und Nachteile. Es wird mit der Heilen, rosaroten Welt der Hunde geworben, wo viele hin möchten. Es wird verkauft das man ja nur ganz wenig Training braucht für Maximalen erfolg, ein Gefühl von bestfriends forever in amerikanischen schnulzenfim style. Du und ich im Sonnenuntergang.

Für mich geht nichts über individuelle Trainingsbetreuung von Hund UND Halter. Denn so viele Emotionen der Hund hat, hat auch der Mensch dazu. Mein Onlinekurs ist das Training auf dem Platz. Ich kann meine Kunden in den 45 Minuten und etwa 4 bis 5 Übungen zu EINEM Thema anleiten, bestärken, etwas zeigen, korrigieren und mit Rat zur Seite stehen.

– Ich sage für mich ganz klar, wenn ich keine Zeit hätte mit Vela zum Training zu gehen, dann sollte ich mir überlegen, ob es überhaupt sinnvoll ist einen Hund zu halten.

 

 

 

2 Kommentare

  1. Dani und Sally sagt

    Ich kann es online auch nicht mehr sehen, ich fühle mich richtig unter Druck gesetzt, was Sally alles können muss. Grade bei Midoggy lese ich viel und denke mir oft. Muss ich nicht haben diesen Druck.

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