All in, Produkte & Tests
Kommentare 3

Tractive Pet Tracking – Sinnvolle Digitalisierung oder Ausnutzung der Halter?

Heute folgt ein Produkttest, dem ich wirklich skeptisch gegenüber stand, vor knapp 5 Wochen hat mir Stefan von Tractive Pet eine Mail gesendet, mit der Bitte einmal ihr Produkt auf Herz und Nieren zu Testen. Auf zu neuen Ufern dachte ich  – da ich bei solchen Geräten gerne mal die Augen Rolle. GPS Tracking für Hunde? Hmm. Wie sinnvoll ist das oder ist das nur eine eine weitere „Lösung“ für Faule Hundebesitzer die ihre Hunde nicht anleinen?https://tractive.com/eu_de?utm_medium=link&utm_source=cooperation&utm_campaign=FrauVela

Doch ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen, wenn es kein Murks ist. Das haben wir die letzten Wochen mal getestet. Nicht nur das Gerät an sich, sondern auch mal den Kundenservice und den Chat auf ihrer Webseite.

Lüftet man den Deckel, kommt einem zuerst das Gerät selber in die Finger – der kleine Kunststoff Kasten wiegt knapp 35 Gramm. Hört sich zwar leicht an, doch zum Vergleich ein durchschnittliches Halsband wiegt 20 – 40 Gramm. Der Tracker hat die Maße 4,1 x 1,5 x 5,1 cm.Im Paket noch enthalten sind:

  • Befestigungsklammern in 2 Größen
  • Stecker (auch ein Adapter fürs Ausland)
  • Die Bedienungsanleitung und ein USB Kabel mit der Ladeklammer

Wie bei jedem Batteriebetriebenen gerät, heißt es auch hier erstmals Laden – der Tracker enthält eine Lithium Ionen Batterie – die inzwischen in den meisten Handys eingebaut ist. Generell gilt beim Aufbau einer solchen Zelle, je gleichmäßiger ihre chemische Zusammensetzung, desto höher sind die Leistungen und die Haltbarkeit der Batterie.

Das Erstaufladen hat lange gedauert. Nach 2 Stunden zeige mein Handy immer noch ein dickes Minus im Akku – also ließ ich ihn über Nacht an der Steckdose. Wo wir schon bei nächsten Thema sind die App.

Das Gerät kann über PC oder Smartphone gesteuert werden, die App konnte ich leicht über den Googleplay Store kostenlos downloaden – (auch für I phone im Appstore oder über web App am PC möglich).

Nun kommt die klassische Registrierung mit Namen & Daten – den eins muss einem klar sein. Gefunden zu werden heißt auch seine Daten anzugeben und sie bei Bedarf zur Verfügung zu stellen.

Dann kam der erste Minuspunkt, an dem ich heute noch zu knabbern habe – man bezahlt nicht nur für das Gerät an sich, sondern muss dazu noch ein Abo abschließen mit einer Mitgliedschaft über bestimmte Funktionen – damit hatte ich wirklich nicht gerechnet. Tractive übernimmt zwar die Kosten für die Datenkommunikation die „Serviceleistung“ also das Abo trägt aber der Halter.

Es wird unterschieden in Kundenservice und premium Kundenservice, bei einer Basismitgliedschaft hat man spätestens im Urlaub verloren. Denn bei der Basismitgliedschaft beschränkt sich auf das „Heimatland“. Auch beim Empfang vom GPS Signal wird in Basis und Premium unterschieden – was ich etwas frech finde. Ein eingeschränkter Service oder eher Empfangbarkeit bei einem Gerät was man extra dafür gekauft hat?

Somit muss man vorher genau ausloten, was man braucht & möchte. Persönlich habe ich festgestellt – das die Macher es natürlich schlau anbieten. Den „Perfekten Deal“ habe ich nicht gefunden – ich wäre dazu angehalten die premium Mitgliedschaft zu buchen – da es mir der Service im Urlaub wichtig wäre. Für mich ein Minuspunkt. Ohne Abo ist das Gerät also nicht zu gebrauchen. Also vorher schlau machen.

Aktivierung

Die Aktivierung ist kinderleicht – einfach den Code auf der Rückseite des Gerätes registrieren und den Abo Code eingeben – nun kann man sich seine persönliche Plattform gestalten  – das Gerät kann leicht dem Hund zugeordnet werden. Nun kann man es Personalisieren mit Namen des Hundes, Foto Merkmale, Gewicht und vieles mehr- beim Gewicht ist mir aufgefallen das hier nur ein „G“ steht. Für mich nun die Frage: Soll man es im Gramm oder kg angeben – klar Gramm ist unwahrscheinlich aber einen Moment überlegt habe ich trotzdem.

Befestigung

Laut Beschreibung soll das Gerät super fest am Halsband sitzen, was ich klar bestätigen kann. Bei der Beschreibung der Katze wird allerdings geschrieben – wenn die Katze draußen hängen bleibt, löst sich die Befestigungsklammer vom Halsband damit die Katze nicht stecken bleibt. Da für Hund und Katze momentan noch das gleich Gerät verwendet wird stelle ich mir doch die Frage, wie das gehen soll?

Einsatzbereit

Akku geladen, Vela in die App Oberfläche eingetragen und nun kann so langsam losgehen. Die Befestigungsklammern im Paket haben 2 Größen – Vela mit 20 kg und einem durchschnittlichen Halsband benötigte die große Größe und die war schon echt knapp – ich musste ziemlich krass die Klammern quetsche,  bis es einrastete – doch als das geschafft war, sah’s es mega fest. Dicker oder rund sollte das Halsband dementsprechend nicht sein.

Doch mich beschlich das Gefühl, das es nach einer gewissen Zeit abbrechen könnte. Auch die Bewertungen im Internet zeigen, das ich mit dieser Meinung nicht ganz alleine stehe. Doch bislang ist alles gut und ich habe hier nichts auszusetzten.

Wenn das Gerät eingeschaltet ist, habe ich noch kontrolliert ob das Netzwerk wirklich funktioniert mittels der LED Leuchte. Über die App kann man einen Benachrichtigungstest machen, ob das Gerät mit der App auch funktioniert.

Tracken und Einzäunen

Das Gerät hat verschiedene Funktion nicht nur die „Verfolgung von Vela“. Was mir super gut gefallen hat, ist der virtuelle Gartenzaun. Man kann einen Bereich, eckig oder Rund, im Garten virtuell einzäunen – verlässt der Hund diesen Bereich, bekommt man eine Push Nachricht auf Handy..

„Vela sich aus dem Bereich entfernt“

Das fand ich super – in der Praxis hat es mäßig funktioniert, es gab immer mal wieder eine Fehlermeldung. Hier empfiehlt sich den Bereich etwas größer anzulegen, als er Zaun wirklich ist. Damit einen die Nachricht „dein Hund ist außerhalb vom Bereich“ nicht wahnsinnig machen.

Auch beim Wandern kann ich den Tracker empfehlen, Routen aufzeichnen, speichen und auch später noch mal anschauen, aber Achtung dies ist wieder nur eine premium Funktion. Das „Wiederfinden“ hat super geklappt auf den Meter genau.

Über Web gibt es viele weitere Funktionen, kann zum Beispiel die LED Lampe anschalten oder ein Tonsignal. Die LED Lampe hat gut funktioniert und aktiviert sich nach knapp 30 Sekunden. Doch meine Empfehlung – Finger weg von dem Tonsignal – Vela hat angefangen zu jaulen und auch unsere Stubentiger haben fluchtartig den Raum verlassen- der Ton ist so hoch und ist auch mir direkt ins Hirn gesprungen. Die Deaktivierung von auch knapp 30 Sekunden kamen mir vor wie 30 Minuten. Nicht empfehlenswert.

Komfort

Am Anfang fand es Vela schon etwas störend, da aufgrund des trotz kleinem Gewicht, das Gerät an die Kehle rutscht. Vela wälzt sich außerdem sehr gerne und dabei ist der Tracker das ein oder andere mal abgefallen. Also hieß es für uns ab ans Geschirr. Am Rücken befestigt ist es von Welzattacken zwar auch nicht 100 % sicher, aber es irritiert sie nicht mehr – wobei ich sicher bin, das es auch eine Gewöhnungssache ist. Wenn ich es mal ans Halsband gehängt habe, habe ich darauf geachtet das es nie gegenüber vom Leinenkarabiner sah’s. Hat Vela mal an der Leine gezogen, konnte ich so verhindern das ihr das Gerät an den Hals drückt. Daher als Tipp direkt neben den Karabiner anbringen oder im 45 Grad winkel daneben, wenn ihr es gerne am Halsband haben möchtet. Ich habe doch das Geschirr bevorzugt.

Akkulaufzeit

Die LED leuchte am Tracker blickt Rot auf, wenn er wieder geladen werden muss – dies hat bei uns knapp 2,5 Stunden gedauert. Der Akku soll zwischen 2 bis 5 Tage dauern  – bei „Basis“ Benutzung ist dies auch kein Problem- benutzt man jedoch öfter die „Live“ Funktion in Echtzeit zieht der Akku nur so. Wenn der eigener 4 Beiner mal wirklich weg ist, sollte man sich daher so gut es geht beherrschen nicht alle 3 Minuten den aktuellen Status abzufragen.

Auch für Katzen?

Ja. Das Gerät ist auch für Katzen geeignet lauf Tractive, jetzt kommt aber mein großes aber sie empfehlen, eine abbringenden ab 4,5 kg. Da würde einer unserer Katzen schon mal durchfallen mit 2,4 kg und ich muss sagen, dafür wäre mir das Gerät zu groß – auf Nachfrage wurde mir aber gesagt, das bald ein Gerät auf den Markt kommt, welches spezieller auf Katzen abgestimmt und gebaut ist – da bin ich sehr gespannt.

Support und Chatfunktion

Wie freundlich ist man dort? Wenn ich Anrufe und sage, hey ich teste grade euer Gerät, ist klar, das ich nicht unfreundlich behandelt werden. Doch das soll ja nicht Sinn und Zweck eines Tests sein. Auf ihrer Homepage – kommt nach wenigen Minuten eine automatische Chatfunktion- die ich mit vielen Fragen gespickt habe. Genau 3 Minuten hat es gedauert bis ich eine Antwort bekam, hauptsächlich waren dies Links zur richtigen Seite über abgefragte Informationen. Die aber sehr hilfreich waren.

Wie sinnvoll ist das Gerät ? – diese Frage stelle ich mir bereits seit Wochen, Vela ist sehr gut abrufbar und ist kein Hund der sich weit entfernt. Trotzdem könnte es passieren- eine falsche Situation, ein Schreck und weg. Doch natürlich kann man diese Situationen nicht planen, also muss man den Tracker immer dabei haben für ein sicheres Gefühl.

Sinnvoll finde ich das Gerät beim Wandern, im Urlaub und generell auf Wegen und Regionen wo man sich selber nicht auskennt. Doch zunehmend stelle ich fest das Halter solche Geräte kaufen aus Faulheit, weil ihr Hund nicht hört. Wo man früher noch Angst hatte, den 4 Beiner nicht wieder her zu bekommen, werden Sie heute mit einem Tracker ausgestattet.

Ausnutzung von Haltern

Auf Instagram gibt es eine sehr bekannte Hundebloggerin mit „3“ Podencos – perfekte Bilder & schöne Hunde -Aber sie sind Jäger durch und durch – Lein? Schleppleine? Training? No Way für die Besitzerin. Fazit- nach einem Jahr sind 2 der 3 Hunde inzwischen tot – einer wurde vom Zug erfasst und der andere ist jämmerlich erfroren, weil sie ihn nicht rechtzeitig gefunden haben.

Die „Lösung“ der GPS Tracker, gleich nach dem Tod ihres zweiten Hundes machte sie Werbung für den Tracker, mit dem sie ihren letzten verblieben Hund ausgestattet hatte. Keine 3 Tage später war auch der dritte Hund dem Jagen nachgegangen und man konnte live verfolgen wie sie mithilfe der App ihren Hund wieder fand. Das ist in meinen Augen der pure Missbrauch eines solchen Gerätes.Ich denke nicht, das dies das Ziel von Tactive ist doch eine Ausnutzung lässt sich nie verhinder. Denn hier liegt die Verantwortung bei der Halterin ihren Hund anzuleinen oder zu Trainieren. Der Tracker sollte kein Freifahrtsschein sein, wenn der Hund nicht hört ihn trotzdem ohne Leine laufen zu lassen.

Nach dem Motto – laufen lassen auch wenn der Hund nicht hört – die App findet ihn schon. Daher habe ich vor der Digitalisierung am Hund echt meine Zweifel – da sie keine Training oder Arrangement ersetzten. Inzwischen hat sie übrigens einen neuen 4ten Hund…

Zusammenfassung

  • Vorteile  – das Gerät ist klein und leicht und mit dem Akku auf dem Neusten stand der Technik, vergleichbare Geräte haben eine schlechtere Akkuleistung gebracht und grade der Akku ist entschiedet, wenn der Hund mal für länger abwesend ist.
  • Die Bedienung über App und web ist sehr einfach
  • Der Kundenservice ist super hilfsbereit und gut zu erreichen
  • Die Zaunfunktion ist super
  • Die Verarbeitung ist gut und hält auch Welzattacken stand
  • Tracking in über 150 Ländern

 

  • Nachteile – grade in den Foren und auch bei Google selbst beschweren sich viele über den Empfang der so gut das GPS auch funktioniert, man benötigt auch einen Mobilfunkempfang für das Handy – bedeutet- in sehr ländlichen Regionen, wo es mit Empfang mau aussieht, ist das Gerät eher nutzlos – darüber beschweren sich auch einige Nutzer hat man dann noch ein Abo abgeschlossen ist der ärger erst recht groß.
  • Das kostenpflichtige Abo – es gibt viele Tracker die mit einer App gekoppelt sind die kostenlos sind

Fazit

Also der liebe Stefan hat es geschafft, dass ich meine Skepsis gegenüber solchen Geräten etwas verloren habe, wie schon geschrieben für Urlaub und unbekanntes Gelände finde ich es gut – allerdings ist Vela in unbekannten Geländen erst mal an der Schleppleine..

Die Zaunfunktion finde ich genial und ist in der Basismitgliedschaft enthalten. Für schreckhafte Hunde und Jäger würde ich ein klares Ja geben. Was auch immer mehr kommt für sind professionelle Dogwalker, so können Herrchen und Frauchen auf der Arbeit genau verfolgen, was der 4 Beiner macht.

Für meinen persönlichen Gebrauch bei Vela im Alltag halte ich es für sinnfrei – aufgrund ihres Charakters uns unseres Trainings. Muss aber sagen das es tolle Funktionen hat, die klasse Funktionieren. Wo ich auch ein Abo akzeptieren würde.

Tractive wirbt damit die „Verbindung“ zwischen Hund und Halter damit zu verbessern und daraus etwas besonderes zu machen – für mich doch etwas arg melancholisch. Doch was das Gerät kann, ist gut durchdacht, einfach in der Handhabung und zuverlässig (Bei guter Verbindung).

Jeder muss selber entscheiden, ob und in welchen Umfang sich ein Abo und dieses Gerät für den eigenen 4 Beiner lohnt. Zu kaufen gibt es das Gerat auch in verschiedenen Farben. Hier lohnt es sich die Preise zu vergleichen – das die schwankungen doch sehr groß sind. Schaut am besten mal selber auf ihrer Seite vorbei oder bei Amazon.

 

3 Kommentare

  1. Die Idee dahinter ist natürlich super. Dagegen kann man echt nichts sagen. Ich halte es für eine sinnvolle Entscheidung einen solchen Tracker für den Hund zu kaufen. Leider ist er ja doch ein wenig teuer…gibt es auch günstigere Alternativen?

  2. Sehr interessanter Beitrag 🙂 Ich habe auch schon überlegt, meinem Carlos ein Tractive zu kaufen. Finde es generell auch klasse, vor allem wenn der Hund mal in einem unbeobachteten Moment auf dem Garten türmen sollte oder sowas. Theoretisch finde ich es auch toll, dass man alles aufzeichnen kann, aber auf der andere Seite auch wieder bedenklich, was den Datenschutz angeht. Bin da immer ein kleiner Angsthase 😀 Und der Kostenfaktor ist natürlich auch doof, wenn ich da jeden Monat bezahlen muss, aber es gar nicht dementsprechend nutze bzw. nutzen kann. Ich werde mir das aber noch mal genauer überlegen, weil die Vorteile eigentlich schon überwiegen. Danke dir für den ausführlichen Test!
    Liebe Grüße
    Lisa mit Carlos

  3. Charliepieee sagt

    Super Beitrag! Ich habe das Gerät schon gesehen. Ich habe einen Angsthund Charlie, der sich immer wieder von der Leine reißt. Danke für den Beitrag ich glaube ich bin die richtige Zielperson für das Gerät. #gekauft glaube aber auch das viele Halter so was Ausnutzen würden. Bitte nicht … Die Hunde die nicht hören und frei laufen sind eh schon genug..

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.