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Der Ton macht die Musik – Erziehung aus neuer Sicht & Verbale Niete Frauchen

Kommunikation mit unserem Hund. Wer uns liest weiß, ich lege viel Wert auf die Sprache von Hund. Körpersprache. Wie kann ein Mensch seine Körpersprache Verbesserung, um mit seinem Hund zu sprechen? Doch was, wenn du gefesselt an einem Baumstamm stehst und nur deine Stimme hast? Gibt es nicht? Gibt es doch! Vor zwei Wochen habe ich ein spannendes Seminar besucht mit dem Thema:

Verbale Kommunikation in der Hundeerziehung.

Einmal die Dinge aus einem anderen Winkel sehen. Verbale Kommunikation ist nun mal menschliche Kommunikation. Die Kombination aus verbal und Körpersprache übermittelt dem Hund die Informationen, die ich ihm geben möchte. Schönes Beispiel ist unser Artikel über das einmal Signal. Wo ich verbale Kommunikation mit Körpersprache kombiniere, um meinen Worten mehr Ausdruck zu verleihen. Doch die reine Verbale Kommunikation, war für mich eine Herausforderung und eigentlich etwas widersprüchlich. Trotzdem wollte ich mir diesen Blickwinkel nicht entgehen lassen.

Verbale Kommunikation, Wissenschaftler beweisen ….

Vielleicht habt ihr es Mitte Januar auch gelesen, in einer amerikanischen Fachzeitung haben Forscher der New York University um das Team von Tobey Ben-Aderet eine Studie durchgeführt, wie wir mit unseren Hunden sprechen. Leider wurden nur 30 Frauen befragt und“ getestet“ trotzdem fand ich sehr interessant > hier gehts zum Artikel.

Sie zeigten den Frauen Fotos von Welpen und erwachsenen Hunden. Nun sollten Sie die Hunde mit einem typischen Satz ansprechen. Die Forscher zeichneten die Tonlagen auf uns Analysierten diese genau.(Im Artikel findet ihr diese Sprachaufzeichung bei Figures & Data) Für diese Studie wurden keine Hunde eingesetzt lediglich Bilder.

Ergebnis …

Nicht überraschend. Ja alle Reden in Babysprache ….

Die Forscher vermuten, dass die Babysprache weniger eine Reaktion auf das ach so niedliche Tier ist, sondern das es damit zusammenhängt, dass wir denken, unser gegenüber könnte uns nicht verstehen! Der Grund das Kindchen Schema: Es wird in unserem Gehirn ein Schlüsselreiz ausgelöst, wenn wir ein süßes Tier sehen, dieses löst einen Schutz oder Pflegeverhalten bei uns aus. Ich bin mir sicher auch auf süße Eichhörnchen oder Katzenbabys anwendbar, nur fällt es beim Hund einfach mehr auf, denke ich.

Dieses Thema hat mich sehr beschäftigt und ich habe mich gefragt. Wie sehr prägt dieses Verhalten unseren Hund? Egal ob Welpe oder Erwachsener? Das Seminar hat sehr gut darüber Aufschluss gegeben und die bekannte Tatsache eingeworfen:

Es wurden verschiedene Test mit uns gemacht, wie wir als Hundehalter und als Hundetrainer in Situationen Reagieren, dabei wurden wir gefilmt und gemeinsam wurden unsere Positiven und Negativen Aspekte analysiert und ausgewertet. Was mir besonderes Gefallen hat, war die doch recht kleine Gruppe aus 12 Teilnehmer. Man konnte sich in einem sehr angenehmen Umfeld gegenseitig analysieren, was ich als sehr angenehm empfand.

5 Hunde durften teilnehmen und auch Vela hat einen Platz ergattert – da Sie als „Sonderfall“ wohl durchging (immerhin sind wir da ganzzzzzzz Vorne). Also wurde Frauchen an einen Baum gestellt. Da kam ich mir mehr wie dumm vor, aber was tut man nicht alles für mehr Erleuchtung. So und nun verbal Frau Senftleben! VERBAL!!! VERBAL? jaaaa neeeeee und dann? Vela sahs da mit einem Mega Fragezeichen im Gesicht.

Verbale Nieten – Ich!

Ich muss sagen, Vela geht sehr gut auf Körpersprache und wenig auf reine verbale Kommunikation. Ich mache eine kleine Bewegung und Sie weiß was los ist – dies Liebe ich sehr an ihr. Trotz der vielen, ich nenne es mal „Speziellen Bedürfnisse“, gibt es einfach Dinge, die sie super genial kann und das gehört dazu.

Wir haben sehr wenig Signal, wechsle bei uns verbal eingesetzt wird. Eigentlich nur Stopp und Hier … wenn ich so drüber nachdenke. Wie sieht das bei euch aus? (Ausgenommen sind jetzt neuste Kunststücke, wenn Vela und ich den Clown raus lassen.)

Wenn Vela ohne Leine vor mir läuft und es kommen Fahrräder oder Ähnliches, bekommt sie ein klaren deutliches Stopp. Hier kann ich nicht auf mit Körpersprache reagieren, da sie ja vor mir läuft … Und mich nicht „sehen“ kann. Ich habe oft keine Zeit sie anzuleinen und muss mich darauf verlassen, dass sie mir vertraut.

Also war das eine mega Herausforderung, Vela verbale Signale zu geben, die sie zwar kennt aber nur in Kombination mit Körpersprache oder reine Körpersprache. Nach einem Lachanfall aller beteiligten, wurde meine Stimme von freundlich zunehmend tiefer und deutlicher – Vela wurde fast etwas unruhig und tippelte Nervös vor mir her. Sie wusste einfach nicht wirklich, was sie tun sollte.

Die Stimmlagen wurden aufgezeichnet und es war erstaunlich, wie ich mich anhöre – gruslig. Immer wieder versuchte ich meine Hände zu benutzen und kam mir vor wie ein Würstchen am Stock.

Weitere Tests waren, mit dem Rücken zum Hund stehen und sprechen oder verstecken und sprechen. Ich bin mir sicher die Veranstalter wollten mich immer wieder Fesseln, da ich mich immerwieder bewegt habe als Automatismus. Doch mit zunehmenden Aufgaben wurden Vela und ich besser, doch es war sehr Anstrengend.

Zwischendrin durften die Hunde immer wieder Spielen und sich ausgelassen am Wasser vergnügen. Ich habe sehr viel über mich und meine Sprache gelernt und auch, dass ich völlig anders mit Vela spreche wie mit einem Trainingshund. Was ich aber nicht schlimm finde. Am Tag 2 durfte Vela zuhause Ausspannen, denn nun war Analysetag! Ich hätte mir die Aufzeichnungen am Tag 2 wirklich immer wieder anhören können  – die Unterschiede waren erstaunlich. (Memo an mich: Bei tiefer Stimme könnt ich glatt ein Mann sein) Doch irgendwann sah ich so aus …. ich wollte keine Analysen und Stimmen mehr hören und am wenigsten meine!

Was hat sich verändert?

Ich muss sagen, mein Verständnis zur verbalen Sprache hat sich kaum verändert, allerdings vertieft und geformt! Es ist ein wichtiger Bestandteil der Kommunikation und aufgrund von Signalen für Hunde auch nicht wegzudenken. Für mich war es sehr spannend, die Dinge einmal anderes zu sehen, auszuprobieren und unsere Komfortzone zu verlassen. Ich wurde mehrfach gefragt: „Warum ich so viel Körpersprache bei Vela verwende?“

Ich mache es, weil Vela wesentlich besser auf Körpersprache, wie auf verbale Kommunikation reagiert – ich passe mich ihr an. Anfangs haben wir alles mit Signalen gemacht und Vela war nicht sonderlich begeistert, eher schon genervt, ziemlich gelangweilt und schon fast trotzig …

Nachdem ich meinen Körper und vor allen die Hände mit eingesetzt habe, hatte sie richtig Spaß und war sehr aufmerksam – so sind wir auf Körpersprache umgestiegen. Körpersprache ist nun mal die Sprache der Hunde. Es gibt viele Hunde, die besser mit Signalen auskommen, aber jedoch auch oft, weil die Besitzer die reine Körpersprache noch nicht ausprobiert haben und dann bei ein paar kleine Tests im Training richtig erstaunt sind, was der Hund alles kann – ohne Signale. In unserer Stimme spiegeln sich Launen, Stimmungen und viele weitere Emotionen, die der Hund wahrnimmt und darauf reagiert. Durch Körpersprache habe ich gelernt, vor allen ruhiger zu sein. Auf jeden 4 Beiner muss man sich neu einstellen und sie stellen sich auch auf uns ein.

Ich persönlich sage nicht…

Der Hund MUSS jetzt Lernen, mich zu verstehe. Es ist in meinen Augen anders herum. Wir müssen Sie verstehen und dann Arbeiten. Es gibt natürlich genug Hunde und Halter die verbale Kommunikation als besser empfinden, das mache ich immer vom jeweiligen Team abhängig. Jedoch zeige ich gerne, dass der Hund unsere Körpersprache sehr gut versteht und sich oft danach richtet ohne, dass wir es mitbekommen oder erkennen. Einfach fürs Verständnis.

Was werden wir mitnehmen?

Auf jeden Fall viel. Mit verbaler Kommunikation und Stimmlage kann man viel arbeiten, vor allen die Veränderung der Tonlage der Besitzer war erstaunlich und die Reaktion der Hunde darauf. Grade bei der erst Analyse vom Hund Mensch Team, habe ich gelernt, noch mehr auf die Stimmlage und Töne zu hören und wie sich dies auf das Training auswirkt – Positiv wie Negative. Welche Schlüsse man daraus ziehen kann und wie man damit arbeitet.

Für mich selber konnte ich feststellen, dass es uns völlig ausreicht mit Körpersprache zu kommunizieren. Ich muss Vela nicht zu texten, um mit ihr zu sprechen, es bestärkt mich darin, dass ich wenig brauche, um ihr zu sagen was jetzt ansteht. Im Gegenzug respektiere ich ihre Körpersprache und nehme die sehr ernst und stelle mich täglich neu darauf ein.

 

 

 

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2 Kommentare

  1. Yvo sagt

    Huhu,
    wie bereits gesagt: wieder ein ganz toller Beitrag!
    Mir kam es bisher auch so vor, auch wenn ich jetzt noch nie sooooo viel mit Hunden gemacht habe, dass sie einfach mehr auf einen achten, wenn man mehr mit der Körpersprache und Sichtzeichen arbeitet. Zudem reagieren die Tiere besser, weil man bedachter(?) ist. Mit der Stimme plappert man gerne, was beim Hund scheinbar einfach zu rauschen führt. (Klingt skuriller als ich es meine. Hoffe das Gemeinte kommt durch. ^^) Nur ein Eindruck meinerseits, ich lasse mich bei Fehleinschätzung auch gern korrigieren. 😀
    Wie handhabst du das mit dem Lob? Das hab ich bisher immer verbal umgesetzt. „Kritik“ hattest du ja neulich schon erklärt, wobei ich den Post noch mal lesen sollte. 😀 Da hatte ich glaube auch noch eine Frage, hihi.
    Liebe Grüße und einen wunderschönen Abend,
    Yvo & Fellnase Kathy
    PS: Deine Seite mobbt neuerdings Absätze – der „Kommentar senden“ Knopf versinkt im Nirvana wenn man es übertreibt, oder zu viel Text hat.^^

    • FrauVela sagt

      Juhu,
      du hast eine völlig richtige Einschätzung:) wir überlegen unsere Bewegungen viel genauer, wenn wir wissen der Hund kann uns wie ein Buch lesen …. Da beim Loben hast du mich erwischt 😀 Ich lobe auch verbal mit meist hoher Stimme ich breite aber zusätzlich die Arme aus, als ob ich Vela begrüßen würde. Bei uns ist Loben ein sekundenlanges Ritual aus Loben, freuen und Springen. Vela liebt es gelobt zu werden, mehr wie Leckerchen daher musste ich mir beim Loben etwas ausdenken, dass sie nicht denkt Loben ist ein einfaches Signal. Daher mach ich mich beim Loben täglich zum Affen für meinen Hund.

      Welchen Post meinst du? Immer her mit den Fragen 🙂
      Liebe Grüße von Balkonien Anke und die Rasselbande.

      PS: Danke für die Info ich schau mir mal meine Codes an, ob ich wieder dran rumgespielt habe:D

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