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Buchvorstellung// Wenn Hunde Reden – Die Beschwichtungssignale des Hundes

Gestoßen bin ich auf dieses Buch, in Rahmen meiner Ausbildung. Zuerst dachte ich, dass es eher als Information dient oder zum Nachschlagen. Doch es begleitet mich jeden Tag und ist ein starker Bestandteil der Hundessprache.

Worum geht es?

Beschwichtigen heißt umgangssprachlich „beruhigend auf jemanden oder etwas einwirken„, vor diesem Buch gab es viele ähnliche, die die Signale der Wölfe beschrieben haben. Sie standen unter dem Namen „Cut off Signals“ und beschreiben wie wölfe durch diese Signale Aggressionen stoppen um Gefahr abzuwenden. Auf Hunde würde dieses Konzept aber laut den Autoren nicht zutreffen. Turid und ihr Team streiten dies aber ab und zeigen in diesem Buch, das Hunde dieselben sozialen Fähigkeiten haben um Konflikte abzuwenden. Hunde kommunizieren mit viel kleineren Signalen als wölfe um zum Beispiel Gefahr abzuwenden und das sehr oft wir Menschen daran schuld sind das diese eskalieren, weil wir die Signale einfach nicht erkennen, sehen oder sie als nicht wichtig erachten.

In diesem Buch werden diese kleinen und großen Signale beschrieben und deren Bedeutung zugeordnet. Nicht nur in der Ausbildung hat es mir geholfen, ich konnte auch Vela viel mehr verstehen, weil ich anfing auf ihre kleinen Signale zu achten und damit umzugehen. Im Buch findet man Beispiele und Situationen, die jeder schon mal hatte.

Was sind Beschwichtigungssignale?

Ein Beispiel aus dem Buch! Das Wegschauen. Wir Menschen setzen uns  gerne direkt neben unseren Hund und legen einen Arm um ihn, warum? Weil Menschen ihre Zuneigung so ausdrücken. Der Hund aber nicht. Ist es dem Hund schlichtweg zu viel, schaut dieser sofort in die andere Richtung und wendet sich von uns ab.

Dies ist eine Beschwichtigung, also unser Hund will sagen, dass er dies grade richtig blöd findet, weil es unserem Hund einfach zu eng wird. Einige Besitzer nehmen dann, die Schnauze des Hundes noch in die Hand, drehen sie zu sich her um laut Mensch: Noch mehr „liebe auszudrücken“ der Hund leckt sich kurz und schnell über die Nase. Wo der Mensch denkt, dass der Hund das aus Zuneigung macht. Will uns der Hund sagen: Bitte bitte hör auf, eine weitere Beschwichtigung.

Ein weiteres Signal dafür, dass der Mensch ablassen soll. Würde der Mensch irgendwann nicht ablassen und seinen Hund weiter „zu sehr nerven“ greift der Hund irgendwann zu Maßnahmen, die der Mensch versteht im besten Fall wäre dies das Winden. Mit hecktischen Bewegungen löst sich der Hund aus der Umarmung – hat der Hund aber so sehr die Nase voll, folgt knurren oder beißen (Verteidigungsverhaten) Obwohl uns der Hund die verschiedensten Signale bereits gezeigt hat 1. Das wegdrehen 2. Das Nase lecken 3. Das winden würden wir nur eins aktiv wahrnehmen und wäre Nr 4. Dass beißen oder knurren.

Wir müssen unsere Hunde besser verstehen, nur so kann ein zufriedenes zusammenleben funktionieren für beide Seiten.

Video Beispiel: Hier sieht man ein schönes Beispiel dafür, was Hunde uns sagen, uns beschwichtigen und was die Folgen sind.

 HIER KLICKEN

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Feldbeispiel:

Ich laufe mit  Vela gerne an der Murg einen schönen Fluss in der Nähe. Hier laufen immer viele Hunde und wir kennen einige. Jedoch treffen wir auch auf Hunde, die wir nicht kennen und ich leine frau Vela immer an. Es kam aber schon zu der Situation, dass sie ein gutes Stück vor mir gelaufen ist und als sie den anderen Hund sah (meist waren dies sehr große Hunde) erstarrte sie völlig, im Buch wird das als „einfrieren“ bezeichnet. Sie stand stock steif da. Das Einfrieren ist eine Beschwichtigung auf den anderen Hund, dieser ist natürlich mit seinem Herrchen an uns vorbeigelaufen. Da also Vela den Hund nicht beschwichtigen konnten, gab es eine weitere Reaktion. Das Weglaufen oder hinter mir Verstecken. Als die zwei uns passiert hatten, schüttelte sie sich. Das ist wie für uns Menschen die Gänsehaut oder das Schaudern. Hunde schütteln dann die Anspannung kurz ab, dass schütteln ist aber auch zum Fellrichten da, wenn wir unsere Lieblinge mal wieder richtig durch gekuschelt haben.

Ganz sympathisch fand ich,

Dass turid im Buch ihre eigene Geschichte mit ihrem Hund erzählt. Dieser war laut ihren Worten, kaum auszuhalten und sie schreibt ehrlich, dass sie diesen Hund nicht behalten wollte und wie es sich entwickelte als sie sich dazu durchgerungen hat intensiv mit den Hund zu arbeiten und seine Sprache zu verstehen.

Arbeiten heißt, vor allen in meinen Augen, wir müssen lernen den Hund zu verstehen und nicht, dass der Hund uns verstehen soll. Eins ist ganz klar, unsere Hunde durchschauen uns genau und wissen wie wir „so ticken“ doch wir wissen das von unseren Hunden leider viel zu selten.

 

Fazit
das Buch beschreibt viele Signale, die uns der Hund gibt und vor allen gute Beispiele für Situationen. Einige kann man sehr gut mal ausprobieren, um zu schauen, was der eigene Hund macht. Ich habe viel durch dieses Buch gelernt und wende es, wie gesagt schon eher als Lexikon an. Außerdem gefällt mir die Schreibweise von turid, denn obwohl sie schon seit über 30 Jahre Hundetrainerin und Autorin ist, schreibt sie sehr verständlich und einfach. Sie erzählt, dass auch sie „nur“ ein Mensch ist der mit Hunden arbeitet und  sie selber auch Fehler gemacht hat und sich diesen gestellt hat. Damit ist ein in meinen Augen ein Buch für alle und es lohnt sich zu lesen.

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