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[Blogparade] Hund & Arbeit – wann ist eins zuviel?

Arbeit und Hund passt das zusammen? Das hat Midoggy gefragt. Muss ja irgendwie, denn ohne Arbeit kein Hundefutter, keine Leckerchen und kein Bett. Wie viel zu viel ist, das definiert jeder anderes. Für mich heißt es: Vollzeitarbeit mit Hund? Denkbar. Vollzeit mit Vela? Undenkbar! Und das hat uns gerettet.

Eins war uns klar vor Vela, wenn wir unsere kleine Familie erneut erweitern, dann arbeiten wir nicht mehr Vollzeit – jedenfalls, wenigstens einer. Mit dieser Aussage sind wir sehr oft auf Unverständnis verstoßen, nach dem Motto:

Für den Hund, willst du so was tun? – ja, wir schon.

Was in der Theorie so einfach war, war in der Praxis echt schwer. So einfach habe ich es mir es damals vorgestellt, dabei hätte ich es besser wissen müssen. Als Vela zu uns kam, habe ich erst mal 2 Wochen Urlaub genommen, damit wir uns alle so richtig kennenlernen können. Doch danach ging das Chaos irgendwie los – trotz Planung.

Chef ich arbeite dann ab morgen in Teilzeit …. Als ob ich diesen Satz gesagt hätte, blicke mich mein Chef damals an. Lange geplant, lange vorbereitet und dann war wohl nix mehr mit Teilzeit. Die Devise von ganz oben war = ganz oder gar nicht.

Also entschied erst mal die Geldbörse – wieder Vollzeit. Genau 4 Wochen habe ich das durchgehalten, dann war Ende. Wir hatten zwar eine Hundesitterin und mein Freund konnte oft von zuhause arbeiten, doch von heute auf morgen brach in unserem doch so friedlichen Haushalt, plötzlich das Chaos aus. Wer ist wann da? Wer geht wann zu welchen Termin wo hin und wie lang? Und warum haben wir uns noch mal einen Hund geholt???

Also Chef dann bitte gar nicht! Und das zog ich durch – leider stießen wir auch hier auf Unverständnis – kündigen für den Hund? Ach du schei**e. Doch es war die Rettung für unsere kleine Familie. Ich suchte mir einen Teilzeitjob, sodass ich spätestens Mittag wieder zuhause war. Viele Probleme lösten sich dadurch einfach auf. Natürlich war uns klar, dass wir uns diesen „Luxus“ gönnen konnten, da wir beide sehr gute Jobs haben, dafür bin ich auch sehr dankbar. Jetzt, fast 3 Jahre später erkenne ich, wie sehr mir Vela geholfen hat auch selber wieder runterzufahren. Vollzeit hieß bei mir früher, eine 65 stunde Woche, ganz locker. Durch die klare Definition, nein Chef ich kann nicht mehr, ich habe einen Hund, hatte ich den  schönsten Grund und den Mut Nein zu sagen und zu gehen.

Ich würde diesen Schritt heute, immer wieder tun. Durch Vela habe ich gelernt, dass es ein Leben außerhalb der Arbeit gibt, den sie mir erst gezeigt hat. Kurz darauf habe ich mir der Hundetrainerausbildung angefangen … Viele sagen immer, Menschen retten das Leben von Hunden, in diesem Fall war anderes rum. Vela hat meins verändert.

Ich konnte über die Zukunft nachdenken und gehe heute zusammen mit unserer kleinen Familie einen ganz neuen weg und das alles nur, weil wir uns dafür entschieden haben für unseren Hund unser Leben auf den Kopf zu stellen, manchmal mehr, als wir eigentlich wollten. Wir haben uns darauf eingelassen und uns dieser Verantwortung gestellt.

Es gibt bestimmt tolle Bürohunde, die Vollzeit keine Probleme hätten, doch für mich ist das einfach undenkbar. Mit der baldigen Selbstständigkeit und unserem Projekt Hundehotel & Ferien mit Hund, freue ich mich sehr, dass Vela immer mit dabei sein kann – trotz langen Arbeitstag. Ich bin sicher, dass dieses Konzept nicht zustande gekommen wäre, wenn wir unsere Prioritäten nicht neu oder eher gesagt ehrlich gestellt hätten.

Einen Hund zu halten ist eine sehr große Verantwortung in meinen Augen. Wir persönlich möchte es nicht, das Vela jeden Tag zu Beispiel 8 Stunden alleine ist, dafür brauchen wir keinen Hund halten. Natürlich können wir sie nicht immer mitnehmen und das alleine seinen ist für mich ein wichtiger Bestandteil der Hundeerziehung. Distanz schafft nähe und ich bin mir sicher, obwohl Vela am Anfang das alleine sein alles andere als gut fand und wir einige Schuhe, Fernbedienungen und Kissen zu Grabe tragen mussten, es heute sehr genießt. Und das Schönste für alle ist, wenn wir heimkommen und Vela  freudig auf uns zu rennt ….

 

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1 Kommentare

  1. Ich finde Deinen Schritt sehr mutig, könnte mir nicht vorstellen, meinen Beruf für Socke aufzugeben.

    Dabei könnte ich auch in Teilzeit arbeiten. Mit dem Geld würden wir sicher auch hinkommen, aber ich denke eben an meine Rente. Alles, was ich jetzt nicht verdiene, werde ich später nicht haben. Ich habe lange studiert und noch nicht so viele Rücklagen gebildet. Ich habe keine Kinder und muss mir alles das, was ich im Alter nicht mehr leisten kann, kaufen. Seien es Einkäufe zu tätigen, Taxifahrten statt Auto fahren, Haushaltshilfe.

    Insoweit möchte ich Vollzeit arbeiten. Ich arbeite 2 Tage in der Woche von zu Hause aus, Socke muss gelegentlich in die Betreuung. Ja, es ist oft stressig, mir wird es manchmal zu viel und ich wünschte mir ruhigere Zeiten, aber ich möchte meinen Beruf nicht aufgeben. Ich glaube, dass ich sehr unzufrieden wäre, wenn ich viel zu Hause wäre.

    Zudem glaube ich auch, dass ich Socke gerecht werden kann, da ich mir die Betreuung von Socke mit dem Socke-nHalter und der familiären / befreundeten Betreuung teile. Meine gesamte Freizeit gehört Socke. Socke wird meines Erachtens gut versorgt, betreut und beschäftigt.

    So verwende ich meinen Jahresurlaub nur zur Betreuung von Socke. Ich verzichte auf drei Wochen Urlaub am Stück, sondern nehme mir hin und wieder einen weiteren Tag in der Woche frei. Der Socke-nHalter macht dies auch…

    Ich denke jeder muss das für sich entscheiden. Ich kann Deinen Schritt verstehen, aber für mich wäre das nichts….

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke

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