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Hund auf einer Messe, muss das sein?

Am Wochenende waren wir ja wie angekündigt auf Messen für Haustierbedarf. Die „Tierisch Gut“ in Karlsruhe ist für uns keine große Reise, vom Sofa auf das Messegelände sind es für uns grade mal 7 km. Ich habe einiges zu berichten und machte mir gestern Gedanken, wie ich die Messebesuche in Artikeln beschreiben soll. Ich habe einiges gesehen, was besonders schön war. Doch auch dinge die in meinen Augen pure Tierquälerei waren! Da wir einiges an Produkttests vor uns haben. Habe ich also beschlossen, mit meiner eigentlich wichtigsten Frage der Messebesuche anzufangen.

Warum muss man seinen Hund mit auf eine Messe nehmen?

Unser Standpunkt //

Für uns ist klar, dass wir frau Vela nie mit auf eine Messe mitnehmen könnten. Laute Geräusche, andere Hunde, Menschen, die Gerüche und und und mein Hund würde mehr als einen Tod sterben, da bin ich mir sehr sicher. Ich persönlich, kann frau Vela mit guten Gewissen zuhause lassen. Sollte ich etwas für sie brauchen, wird sie einfach kurz ausgemessen. Halsumfang, länge, Größe … Ich schreibe es mir auf und nehme den Zettel mit auf die Messe, aber sicher nicht meinen Hund.

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Das Eintreffen //

Wie gesagt, dass was ich schreibe, ist eine ganz persönliche Einschätzung und Beobachtung von diesem Tag. Als wir am Messegelände ankamen, standen wir erst mal gute 20 Minuten im Stau um die Messe. Zu meinen entsetzen, stiegen genervte Autofahrer bzw. Deren Beifahrer aus schnappten sich den Hund und rannten über ein 3 spurige Bundesstraße, um am Feld hinter der Leitplanke mit ihrem Hund zu laufen. Allein diese Bilder zu sehen ließ es mir eiskalt den Rücken runter laufen. Ich wollte, dass Fenster runter machen und sie am liebsten anbrüllen. Sie zerrten ihre Hunde über die Straße und nicht nur einmal mussten Autofahrer bremsen und empört hupen, wenn der Mensch mit Hund die Entfernung des Autos unterschätze. Ich hielt oft den Atem an und würgte mein Auto gnadenlos 2 mal ab, weil ich so abgelenkt davon war. Auf dem Parkplatz angekommen, ging es gleich weiter. Hier mal so eine allgemeine Frage an die Menschen, die ihre Hunde mitnehmen müssen.

Geht ihr vorher mit euren Hunden nicht spazieren? An jeder Ecke lagen eimerweise Hundehaufen und bunte Tüten. Der Parkplatz wurde zum Minenfeld durch und durch. Selbst ich als eine Fraufrau, die kein Problem mit Hundehaufen hat, hatte Schwierigkeiten mit dem geradeaus laufen. Horror. Was besonders interessant war, ist das ich vom Personal auf den Parkplatz angesprochen worden bin. Warum? Weil ich meine Kamera um hatte und ich ausdrücklich und unfreundlich darauf hin gewissen wurde, keine Fotos davon zu machen. Ich hielt mich daran… Bis zu einem bestimmten Punkt. Auf dem Parkplatz standen alle 30 Autos weit eine Person in gelber weste … Da hatte ich keinen Überblick, wer uns beobachtet. Auf dem Gelände selber war es scheinbar kein Problemdachte. .dachte ich.

 

Die Messehallen //

Drinnen folgte dann schock auf Schock, ich habe natürlich auch schöne Momente an diesem Tag gehabt und es soll nicht so aussehen, dass ich immer alles schwarz sehe. Doch ich finde auch, darüber sollte man dringend einmal berichten. Es war laut, tierisch laut. Die Hunde konnten mir einfach nur ein leidtun. In einer Halle waren Ausstellungen, „fach“-Gespräche und Hunderassen Foren. Es reite sich Stuhl an Stuhl und vor allen Hund an Hund. Die Leute campierten um die Zirkel mit ihren Hunden. Mehr wie die Hand vor meinen Mund zu halten war echt nicht drin. Ein Metall käfig oder hundedecken reihte sich an den nächsten. Bellten sich 2 Hunde wie wild durch die Gitterstäbe an, juckte das niemanden. Es war stickig und vom Geruch muss ich gar nicht erst anfangen. Ich möchte noch mal sagen, dass ich wirklich, wirklich nicht zimperlich bin. Doch was machen wir als Menschen mit den Hunden??

Jeder Zirkel, bzw. Jede Rassebesprechung war zusätzlich mit Mikrofon ausgestattet, ich empfand es als heilloses Chaos von Mensch und Tier. Was wird also zusätzlich noch aufgebaut, mitten in der Halle? Genau ein Hot Dog stand, was auch sonst.

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Die Menschen als Teilnehmer //

Ganz lustig. Naja eigentlich eher schrecklich traurig fand ich, dass so gut wie alle die an diesen Wettkämpfen teilnahmen nicht gestatteten zu fotografieren oder Ähnliches. Einige drängelten sich regelrecht aus der Linse meiner Kamera heraus. Als ob sie ganz genau wüssten, was hier passiert. Gut, ich muss zugeben an meinen Gesichtsausdruck und meinen doch leicht verachteten Blick musste man kein Sherlock sein, um zu sehen, dass ich das alles andere als gut fand. Also unterbanden sie von vornherein. Also machte ich mir ein Bild allgemein von der Halle ….

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Was mir auch extrem auffiel, wie unglaublich gestresst und nervös die Leute waren, Fragen wie: Welche Startnummer haben wir oder wann sind wir dran? Waren die häufigsten frage, im Gewusel der Menschen. War das schon immer so extrem oder nehme ich das nur so wahr? Man profiliert sich über die Auszeichnungen seiner Hunde. So kam es mir so. Mit einer Dame konnte ich mich wirklich kurz unterhalten und sie rechtfertige sich sofort. Sätze wie „ach das machen wir nicht oft“ oder „meinem Hund macht das Spaß“ waren die Argumente. Sind die echt so blind? Das ist keine natürliche Gegend für einen Hund. Der Mensch hat den Hund wieder mal dazu gemacht … .die Rechtfertigung der Menschen bei Aussagen wie „der Hund bekomme wenig mit in seiner Box“ machen mir pickel am Hals. Wie viele erzählen, berichten  und wisse  genau wie gut unsere Hunde Gerüche, Umgebungen und Situation wahrnehmen. Glaube sie auf einer Ausstellung stellen ihre Hunde diese Funktionen ein? 

Die Menschen als Besucher //

Irgendwie schon abstrus, dass wir auf einer Tiermesse waren und ich vor allen die Menschen beobachtet habe. Besucher zerrten ihre Hunde regelrecht über den rutschigen Hallenboden. Es war eng sehr eng. Mensch an Mensch drängelte man sich Sonntagmittag durch die Gänge an den Ständen entlang. Mein 2. Blick ging immer auf die Menschen, die leider zum Teil, null auf ihre Hunde achteten. Sie hatten nur Augen für stände, Gratisproben und Messepreise. Mein erster Blick ging immer öfter auf den Boden. Verängstigte Hunde die vor stress und angst auf den Boden urinierten und das mehrfach hintereinander. Oft merkten es die Besitzer nicht und schliefen ihren Hund mitten im Pinkeln hinter sich her. Ein starker Geruch von Urin hatte sich in den Gängen festgesetzt. Die Hunde urinierten sicherlich nur aus stress. Denn natürlich drängelten sich nicht nur die Menschen durch die Maßen, sondern auch die Hunde. Einige kamen stark in Bedrängnisse. Einer schnuppert mir am hintern, 2 kommen von vorne und einige von oben, weil eine Vielzahl der Menschen ihre Hunde getragen haben. Ein weiteres Phänomen was ich beobachte, waren Hundekinderwagen. Klar, immer mal wieder aber eigentlich selten sieht man diese lustigen Wagen für Hunde. Doch auf der Messe reihte sich Hundewagen an Hundewagen in allen Farben, Ausstattungen und Besatzung. Teilweise saßen 3 Hunde in einem Korb, der nicht größer war als ein halber Wäschekorb. Was tut ihr nur??

Die Menschen als Standinhaber //

Jeder hatte mindestens einen Hund am stand. Okay, wenn man keine andere Möglichkeit hat, wenn man den ganzen Tag unterwegs ist, könnte ich es ja noch etwas verstehen, aber nein. Die Hunde werden sogar als Testobjekt in meinen Augen missbraucht.

Ganz Besonderes hart fand ich den folgenden Fall. Dieser stand, lockte mit einer schönen Deko und wir schauten uns einmal um, (The royal Dog and Cat) dann traf mich erneut der Blitz. Ich glaube, ich hätte noch nie so oft so gerne Tierrettung gespielt wie an diesem Tag. In einem Wagen saßen doch tatsächlich 5 Hunde! Ausgewachsene Whippets. Als der Standbesitzer merkte, dass ich versuchte dies zu fotografieren, kam er sofort auf mich zu und wurde ruppig. Ich war total perplex! Sofort drehte er sich um und holte die Hunde aus diesem Wagen. Es war wie ein schlechter Film.

 

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Natürlich knipste ich. Hallo! Leider musste ich erst um den Stand herum laufen und mich hinter ein Regal stellen. Irgendwo hört es auch auf! Glauben die Standbesitzer wirklich, wer so seine Hunde hält, hat einen guten Umsatz? Zu meinen entsetzen, war das vielen wortwörtlich scheiß egal. Sie steckten noch ihre Finger rein. Natürlich kauften wir nichts an solchen ständen. Doch es erstaunte mich sehr, wie viele diese Lösung der Hundehaltung auf der Messe hatten. Hunde werden nicht nur als „Werbung“ benutzt. Nein. Man darf sogar an fremden Hunden Hand anlegen. Hier waren 2 Hunde auf einen Tisch gelegen und potenzielle Kunden durften Produkte wie Shampoo oder bürsten an diesen 2 Hunden ausprobieren. Dieses treiben beobachtete ich einige Minuten und das Mädchen am stand vor den Hunden war dafür da, dass die Hunde nicht vom Tisch sprangen. Wobei ich sagen muss das es bei den 2 eher so aussah, als wären sie diesen Trubel leider gewöhnt.

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Was alle vermitteln // (wollen).

Die Menschen mögen, nein lieben ihre Tiere! Ja ne ist klar. Ich habe mich einige Wochen vorher und jetzt einige Tage später mit der Messe beschäftigt und ich muss sagen, dass ich echt negativ beeindruckt bin. Es wird immer vermittelt das wir das beste Biofutter kaufen müssen, die neusten Shampoons im Regal haben und sofort Erste Hilfe leisten können sollte unserem 4-Beiner etwas passieren. Gleichzeitig wird einem gesagt, wie toll es ja ist mit seinem Hund auf eine Messe zu gehen. Sie werben mit Leinenpflicht und Impfkontrollen am Eingang. Etwas was Standard sein sollte. Sind Hunde dafür gemacht so etwas aushalten zu müssen? Der Mensch hat sie mal wieder dazu gemacht! Muss man einen Hund am Gesicht und Rute lang ziehen, um zu beweisen, dass dieser Rassehund größer ist als Hund x? Wow wie hat sich das nur entwickelt! Es wird vermittelt, wie toll es ist einen „Wettkampf zu gewinnen“ und egal wie voll, laut und geruchsintensiv das alles ist, für Hunde ist das ja angeblich ein Spaß. Liebe Leute habt ihr euch schon mal gefragt wie eure Hunde das Finden?

Persönlich habe ich in viele Hundegesichter gesehen, die einfach resignieren ausstrahlten für mich. Einige gingen aber auch voll in ihrer Rolle auf und brauchten die Bestätigung ihrer Besitzer, weil sie sonst vielleicht keine Anerkennung oder Bestätigung bekomme? Die örtliche Zeitung, berichtet voller Begeisterung das rund 10.000 Hunde an zwei Tagen die Messe besucht haben… sagt mal sehe ich das alleine als „nicht“ gute Nachricht?

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Sehe ich das alles zu Schwarz ?//

Ich bin ja gerne etwas kritisch, was solche Themen angeht. Für mich gehört ein Hund auf keine messe, Ausstellung oder sonstiges unter derartigen Bedingungen. Es mag Oldschool sein, doch Hunde im Wald, dreckig wie die Nacht dunkel sind in meinen Augen glückliche Hunde. Hunde, die vor allen eins sein dürfen. Hunde!

Es tut mir in der Seele weh, wenn ich sehen muss, wie ein Hund wild frisiert und angemalt wird, damit er der Juroren auffällt. Warum machen Menschen derartige Dinge mit ihrem Hund? Es ist ein Lebewesen und kein Schmuckstück für das Menschenego. So offen es immer im Internet ausgeschrieben wird, so unwillkommen war ich mit meiner Kamera, wenn ich diesen Zustand fotografieren wollte. Es gab einige Konfrontationen, denen wir uns an diesem Tag ausgesetzt haben und ich habe eine Sache gelernt … Das nächste Mal muss ich unauffälliger Fotos machen, um die Menschen zu zeigen die der Meinung sind 5 Hunde in eine Box zu quetschen, Tiere als Testobjekte zu benutzen, oder ihre Hunde nur lieben können, wenn sie eine goldene Schärpe mit nach Hause bringen. Was mich besonders ärgert? Das ich nicht mehr Bilder gemacht habe von diesem Zustand. Auch 2 Tage später komme ich sehr schlecht mit diesen vielen negativen Gedanken zurecht. Es wird sicherlich noch etwas dauern. Zu meinen entsetzen, gab es natürlich nicht nur Besucher und Aussteller auch Hundeschulen hatten natürlich stände auf der Messe und auch hier wurde darauf gesetzt, möglich viele Hund am stand zu haben. Ein trauriges Fazit. Umso schöner war es dann doch den ein oder anderen stand zu finden, die uns genau das Gegenteil bewiesen haben und darüber zu berichten freue ich mich ganz Besondern. Diese folgen in den kommenden Tagen.

 

 

 

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2 Kommentare

  1. Yvo & Kathy sagt

    Mal wieder ein Hallo…..

    hier kann ich nur sagen: Amen!
    Wir waren 2015 auf der „Tierisch gut“ – mit Hund!
    Ja, es tut mir leid. Ich stehe dazu.

    Doch(!) meine Voraussetzung war: Zu Beginn kommen, vor dem Ansturm fliehen.
    Wir sind aus dem Grund hin, dass wir ein Geschirr brauchten, vor allem für die Berge. Ich hatte zuvor schon etliche im Laden getestet, über das Internet bestellt und hatte die Schnauze voll. Ich wollte, dass sich der Hund wohl fühlt, wenn er das Ding den ganzen Tag anhaben muss und Geschirre sowieso nicht leiden kann.

    Es hat funktioniert!
    Wir waren kurz nach Hallenöffnung dort. Drehten eine Runde durch die „Shopping Halle“. Alles war soweit leer. Hier hatte Kathy Zeit sich an die Eindrücke zu gewöhnen. Danach kam dann die Standauswahl und Anprobe. Die Austeller/ Wettkampfhalle haben wir nicht mit Hund betreten. Ich bin alleine rein, weil ich mich davon überzeugen wollte, dass der Eindruck so erbärmlich ist wie er von außen scheint. Da die Messe sich füllte, war das auch nur ein kurzer Blick auf dem Weg nach hause.

    Was wir mit genommen haben?
    Ein Geschirr, ein Mantel und die Erkenntnis auf was wir zukünftig beim Einkauf achten müssen, dass sie sich halbwegs damit wohlfühlt (wobei ich hoffe, dass es jetzt für immer hält. 😀 )
    Zu Mittag haben wir dann zuhause gegessen, nach einer stau freien Heimfahrt von etwa einer Stunde – Der Plan ging auf.

    Fazit meinerseits:
    Ich gehe mit deinem Beitrag absolut konform, aber….wenn man wirklich aus guten Grund hin möchte, dann geht das organisiert und gut geplant auch mit wenig Stress – weder für den Hund, noch für das Frauchen. 🙂

    Liebe Grüße und einen wundervollen Abend,
    Yvo & Kathy

  2. Jacqueline sagt

    Auch mir ging es Heuer auf „unserer“ Haustiermesse so. Seit wir unseren eigenen Hund haben sehe ich das auch alles mit anderen Augen. Als Kind, und so lange besuche ich die Messe schon, fand ich es immer toll, aufregend und faszinierend die vielen Hunde und Kleintiere zu sehen. Heuer war ich schockiert die Katzen in ihren kleinen Gitterkäfigen aneinandergereiht, genau so wie bei den Kaninchen und anderen Kleintieren. Dazu dann noch die Leute, die mit Blitz in die Käfige fotografierten und ihre Finger rein stecken. Nie, nie niemals würde ich unserem Hund diesen Stress antun, weder als Aussteller, noch als Besucher. Deshalb finde ich nicht das du es zu „schwarz“ oder zu kritisch siehst, ganz im Gegenteil, endlich macht Mal jemand darauf aufmerksam. DANKE

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