All in, Trainerleben
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Meine Trainermethoden? Die Bedürfnisse eines Hundes

Obwohl ich erst in ein paar Wochen meine Prüfungen habe, werde ich oft und gerne gefragt “ was sind deine Methoden, als Trainerin?“ Wie trainierst du? Trainierst du nach Schema a, b oder doch z? Oder nach Trainer aus dem TV? Innerlich schüttle ich mich, da es mich jetzt bereits unter Druck setzt. Denn viele endscheiden nach dieser Aussage, ob sie bei dir trainieren oder lieber bei jemand anderes. Ist der Hund also schon ein Geschäft? Ich denke ja, daher ist meine Lieblingsaussage immer, wenn ich gefragt werde. Ich trainiere mal, nach den Bedürfnissen eines Hundes ….

Die Menschen als zwiebel //

Ich persönlich denke, man kann mit keinem Hund gleich umgehen. Ein Psychologe kann ja auch nicht nach Schema f vorgehen. Es gibt Patienten, die muss man quasi angehen wie eine Zwiebel. Schale für schale Abpellen, um zu beurteilen, was los ist und dann dort ansetzen. Wieder andere, fallen mit der Tür ins Haus und schütten alles aus, was sie haben an emotionalen Ballast. Warum sollte es bei anderen Lebewesen wie Hunden anderes sein? Hunde sind doch auch Charaktertiere oder nicht? Daher gibt es für mich nicht immer ein Schema f.

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Detektiv Arbeit und Dolmetscher //

Wenn es ein Schema gibt, dann wäre es das Schema Mensch. Wie geht der Mensch mit seinem Hund um? Wie sieht der Alltag aus, stress, rituale und so weiter, wenn jemand ein Problem hat, wird erst mal alles durchleuchtet. Man begibt sich auf Spurensuche beim Menschen und meist liegt da der Knackpunkt. Oft ist es die Kommunikation, zwischen Mensch und Hund die irgendwie schief läuft und falsch verstanden und gedeutet wird. Also eher ein Dolmetscher für Hundesprache?

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Was sind also Hundetrainer?

Leider ist der Beruf des Hundetrainers immer noch nicht geschützt, also darf sich jeder sofort Hundetrainer auf die Stirn schreiben. Somit ist es, schwer zu sagen, was eine bevorzugte Methode oder Trainingsmaßnahme ist. Anfang des Jahres dachte ich sehr oberflächlich. Das ein Hundetrainer da ist, um den Hunden etwas beizubringen. Punkt. Inzwischen denke ich darüber ganz anders! Wir analysieren die Hunde und Teilen unsere Beobachtung den Menschen gibt. So was lernt man jedoch nicht von jetzt auf gleich und oft verfluche ich den Projektor, wenn wir uns ewige Stunden ein 10 Sekunden Video ansehen, um dies immer und immer wieder zu analysieren. Denn auch hier gilt, kein Hund ist wie der andere. Warum ist dieser Beruf also immer noch nicht geschützt? Was sind die Trainer also? Dolmetscher?, Psychologen? Oder die Anwälte der Hunde?


Anwälte der Hunde.

Meine Ausbilderin benutzt diesen Satz immer gerne sie sagt:“ Ich sehe mich als Anwälte der Hunde“ ich liebe diesen Satz, weil es stimmt. Oft erlebe ich wie bei stunden, nicht der Hund erzogen wird, sondern wie erklärt wird warum der Hund, dies tut was er tut und das das aus seiner Sicht völlig logisch ist. Und wenn der Mensch das weiß. Auch aus seiner. Also wieder der Dolmetscher …..

Ganz einfach und rational gesagt, ein Hund knurrt einen Menschen an. Einige denken, der Hund ist böse. Dabei beugt sich der Mensch über den Hund, reißt die Augen auf und versucht den Hund über den Kopf zu tätscheln. Wer ist also die Böse? Und wer hat alles richtig gemacht? Wie soll der Hund sich den bemerkbar machen, wenn er das nicht toll findet? In diesem sehr einfachen Beispiel ist ein Hundeanwalt Goldwert, um dem Mensch zu vermitteln, was hier grade passiert ist.

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Die Blicke der Menschen //

Im Training sehe ich oft verdutzte Gesichter, wenn ein Hundebesitzer ein Problem mitteilt und man erst mal wissen möchten, wie der Alltag so aussieht oder was die Umstände waren. Ich persönlich bin ein Freund vom Umlenken, wenn es möglich ist. Man zieht das Problem nicht direkt wie einen Zahn, sondern man zeigt dem Hund ein alternativ verhalten zu dem, was er bislang an den tag gelegt hat, womit der Mensch nicht einverstanden ist. Dazu muss man aber viel über seinen Hund wissen. Man unterdrückt das Problem also nicht, um zu riskieren, das es plötzlich wieder hochkommt, sondern ersetzt nur durch etwas schöneres. Es gibt 95634386 verschieden Methoden und Praktiken und 3 mal so viele Hundecharaktere. Darin sehe ich die Herausforderung eines Trainers. In kürzester Zeit, den Hund zu lesen und zu verstehen. Die noch größere Herausforderung besteht dann, dies den Menschen zu erklären:)

Lernen in Hundetempo //

Wie wir wissen, lernt ein Hund viel besser, ausgiebiger und vor allen lieber, wenn er sich wohlfühlt. Also warum muss man Schema z durchdrücken?? Ich bin der Meinung, dass man Trainingsmethode immer an einen Hundecharakter anpassen kann, damit es unserem 4 Beiner besser geht, ihm Spaß macht und Erfolg mit sich bringt. Es macht zwar mehr Arbeit doch auch viel mehr Spaß für Hund und Halter und stärkt gleichzeitig die soziale Bindung. Und sind wir mal ehrlich … Trainieren wir regelmäßig mit unserem Hund, wenn es weder uns noch ihm Spaß macht??

 

 

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  1. Pingback: Hundetrainerin – indivudueller & pauschaliesierte Dolmetscher für Hunde |

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