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Produkttest – Feedgreen, „Superfood“ für den Hund unter der Lupe

Superfood – wer auf bewusste Ernährung setzt, kommt seit geraumer Zeit kaum um dieses Wort herum. Chia-Samen und Co kennt inzwischen fast jeder. Doch ist es auch etwas für unseren Hund? Wie Bio kann sein und vor allen wie nachhaltig und Regional? Ist es nur eine weitere Art der Geldmacherei im Milliarden Geschäft Hund? Oder sinnvoll investiertes Geld? Dazu haben wir einmal genauer über dieses Thema nachgedacht und ein passendes Produkt dazu getestet. Feedgreen ist ein Superfood Anbieter für Hund und hat uns gebeten einmal ihre Snacks und Futter zu testen*.

Was ist Superfood eigentlich? Gibt man bei Google diesem Begriff ein kommen tausende von Seiten die uns sagen, was wir essen sollen, was alles super ist, wie wir fit werden können, bleiben, das alles schnell und trotzdem gesund sein kann in angeblicher Bioqualität. Superfood beschreibt alles an Obst, Gemüse und Lebensmittel die eine Vielzahl an Vitaminen und Nährstoffe haben.

Superfood ist jedoch nur ein Marketingname und nicht rechtlich geschützt. Es beschreibt lediglich Lebensmittel, die gesundheitsfördernd sind und uns Vorteile daraus schaffen. 

Feedgreen hat sich spezialisiert auf Zusammensetzungen gesundheitserhaltender und fördernder Nahrungsergänzungsmittel für Hunde. Aber auch Snacks und ganze Menüs findet man bei ihnen auf der Seite. Die Firma, mit Sitz in Neus besteht aus Heike der Produktentwicklerin von Feedgreen. Hanny ihrem Produkttester 4 Beiner und Christof, der durch Schwierigkeiten mit seinem eigenen Hund zu Feedgreen kam und blieb um mehr 4 Beinern und ihren Besitzern zu helfen.

Was haben wir bekommen? Zu testen gab es für uns 2 Packungen Snacks. In den Sorten Wild und Cranberry und Lachs und Erdbeere.

Eine Packung Menü in der Sorte Rind und Gemüse und das Pulver Daily Detox was so viel bedeutet wie die „tägliche Entgiftung“ also der Bindung und Ausscheidung der schlechten Stoffe im Körper.

Bereits auf Instagram in unserer Story konnte man sehen, wenn Frauchen mit der Tüte raschelt, kommt nicht nur Vela, sondern auch Nero und Mila und freuen sich über einen Happen.

Doch was steckt dahinter?

Wild & Cranberry – als die Packung aufging, habe ich erst mal nichts gerochen. Optisch sind die Snacks sehr ansprechend und für zwischen durch wirklich gut geeignet. Feedgreen verwendet die Gefriertrocknungsmethode. Bedeutet, man kann sie „wieder erwecken“ in dem man mit warmen Wasser das Futter übergießt. Nicht nur das Alleinfutter auch die Leckerchen sind gefriergetrocknet. Jetzt stellte sich mich die Frage: Müssen auch die Snacks mit warmen Wasser übergossen werden? Oder werden diese als Trockensnacks gefüttert? Bei der Fütterungsempfehlung wird lediglich geschrieben, dass es für jedes Alter und Rassen geeignet sind. Das könnte zu Verwirrungen kommen. Im Normalfall würde ich die Snacks so füttern und das haben wir auch gemacht.

Vela hat die Wildsnacks gut angenommen. Sie sind weich aber gleichzeitig trocken. Sie naschte sie zu gern abends auf dem Sofa. Die Cranberrys waren nicht in den Snacks, sondern zusätzlich mit in der Packung, dies war jedoch gar nichts für Vela. Ich habe sie ihr dann unter das Futter eingemischt. Für meinen persönlichen Geschmack waren sehr viele Cranberrys in der Tüte. Für Hunde, die da keinen Unterschied sehen, gibt es hier eine tolle Mischung aus Fleisch und Beeren. Trotzdem hatte ich das Gefühl mehr Cranberry als Fleisch zu haben.

Lachs und Erdbeere – Ja diese Tüte war irgendwie magisch, beim Öffnen hatte man den typischen Lachsgeruch in der Nase und alles glänzte Rosa. Auch Nero und Mila waren total geil auf den Fisch. Bei der Tüte fand ich das Verhältnis von „Fisch“ zu „Obst“ viel besser, obwohl laut Deklaration gleich war. Auch der Lachs war wieder sehr schön weich und gut bekömmlich Vela hatte keinerlei Probleme nach dem Verzehr.

Haltbarkeitsmethoden beim Hundefutter gibt es einige. Die gängigsten sind die Trocknungsverfahren, wobei es hier auch viele Unterschiede gibt!. Gefrier- und luftgetrocknet eignen sich am besten hier werden Aromen und der Nährstoffgehalt schonend erhaltenden und eignen sich daher für eine längere Lagerung ohne das etwas verloren geht. Snacks wo nur „getrocknet“ drauf stehen sind zu 99 % geschwefelt und somit chemisch haltbar gemacht von diesen Leckerchen also besser die Pfoten lassen.

Das Alleinfutter – Rind und Gemüse

Ja mit dem Alleinfutter haben wir uns echt schwer getan. Macht man die Tüte auf, duftet es zunächst nach Wald und Wiese – wirklich schön. Es wirkt jedoch, wie Astronauten essen auf mich. Die Tüte hat ein Gewicht von 250 Gramm. Durch die Zugabe von Wasser hat man hier dann 1 Kg Alleinfutter. Für Reisen also optimal. Es sieht ansprechend aus und man erkennt das schoneden Verfahren der Zutaten.

Was mir hier leider fehlt, ist eine genaue Anleitung auf der Rückseite. Der Tagesbedarf wird anhand einer Tabelle auf der Rückseite ausgewiesen, doch welche Menge man an Wasser braucht, steht leider nicht auf der Verpackung. Auf ihrer Internetseite gibt es eine kurze Videoanleitung, wo gesagt wird, dass auf die ganze Tüte mindestens 700 ml Wasser müssen. Also hieß es erst mal runter rechnen, ausprobieren und herantasten. Das war etwas langwierig, doch irgendwann hatten wie es raus. Der Duft vom Futter war aber richtig gut. Es roch nach Gulascheintopf an Weihnachten. Nach dem umrühren muss das Futter etwa 15 min quellen.

Vela bekommt ihr essen immer nach dem Spaziergang und hat es nicht richtig verstanden, warum sie jetzt noch warten muss. Oder eher gesagt die 15 Minuten ging sie mir etwas auf den Keks. Für die Zukunft würde ich das Futter also vor dem Spaziergang vorbereiten.

Was mir allerdings gar nicht gefällt, ist die Zusammensetzung und das Verhältnis von Fleisch zu Gemüse.

Bei einer Tüte mit 250 Gramm gefriergetrocknetem Futter ist der Fleischanteil grade mal 40 Gramm, Gemüse 210 gramm. 

Mit 700 ml Wasser also 1 kg. Der Fleischanteil mit Wasser liegt dann bei 160 gramm (bei 1kg). Nicht mal 1/5 Fleisch ist also im Futter enthalten. Das Bild zeigt Velas Tagesbedarf also 2 Portionen.

Velas Fütterungsempfehlung lag bei 100 Gramm gefriergetrockneter Masse am Tag. (Etwa die Hälfte der Packung) bedeutet, Vela hat an einem ganzen Tag grade mal knapp 70-80 Gramm (Wasser enthalten) Fleisch bekommen.

Natürlich bringt auch das Gemüse viele Nährstoffe und bietet eine ausgewogene und gute Ernährung. Und ich bin mir sicher, dass sich die Entwickler dabei etwas gedacht haben. (Ich hoffe es zumindest) Doch für uns ist dieser Fleischanteil einfach zu gering auf den Tagesbedarf gesehen.

Beim Detox kann ich nicht final sagen das es gut oder schlecht ist, das zählt zu den Produkten die man länger Testen und ausprobieren muss. Doch die Zutaten gefallen mir gut. Bierhefe, Hagebutte und Gerstengras und ihre Zusammensetzung wird als wohltuend und stärkend bezeichnet.

Man kann es unter das Futter mischen oder wie auf der Packung beschrieben mit etwas Wasser zu kleinen Bällen formen.

Fazit zum Futter – ist diesmal wirklich schwer, gut oder schlecht gibt es hier irgendwie nicht. Mir gefallen viele einzelnen Bestandteile. Wie die reinen Wildsnacks oder der Lachs. Das Alleinfutter ist nicht unser Fall. Hier würde ich mich mehr Fleischanteile wünschen und allgemein eine bessere Anleitung und Beschreibung. Natürlich machen alle Werbung für Ihre Produkte, auch auf der Verpackung selber. Doch hier hatte ich das Gefühl, dass es mit Werbung und „Schau her wie geil mein Zeug ist“ etwas übertrieben wurde und die Produkte in ihrer Beschreibung etwas verloren geht. Denn ich bin sicher, nicht jeder geht auf die Internetseite und sucht nach einem Anleitungsvideo.

Ich war erstaunt, das Vela alles bis auf das reine Obst gut angenommen hat und geschmeckt hat, Sie hatte keinerlei Probleme und freute sich immer über einen Happen ebenso wie unsere Katzen.

Mein Blickwinkel bei Superfood.

Was mir unterm Strich Bauchschmerzen bereitet sind aber andere Dinge. Als Köchin sehe ich grade Superfood, Lebensmittel und Trends noch mal aus einem ganz anderen Winkel. Warum sollte etwas, was für den Mensch gut ist, nicht auch gut für den Hund sein? Chia Samen und Co in allen Ehren, Es ist toll, wenn es Bio ist. Doch Bio heißt noch lange nicht nachhaltig oder regional!

Auf der Internetseite von Feedgreen haben mir die Informationen gefehlt, woher sie ihre Ware beziehen. Allgemein sind mir die Informationen zu oberflächig. Es ist immer toll, wenn die Dinge gesund sind, doch mir ist die Herkunft mindestens genauso wichtig und der Fußabdruck den wir dabei hinterlassen. 

Auch Feedgreen setzt auf Chia-Samen & Spirulina-Algen die meist aus Brasilien und subtropischen gebieten herkommen. Also Herkunft der einen CO² Fußabdruck hinterlässt. Natürlich möchte ich auch Realistisch sein.

Bei dem Stoff Zeolithe wurde ich auch etwas aufmerksam, es hat wirklich viele gute Eigenschaften dem Mensch und Tier guttun. Es gibt von diesem Stoff etwa 160 verschiedene Stoffgruppen, 50 davon sind natürlichen Ursprung der Rest, wird synthetisch hergestellt. Aber jetzt kommt der Clou, synthetisch ist nicht schlechter, kann sogar besser sein und nachhaltiger.

Ein Beispiel: Mandelmilch ist eins der schlimmsten Umweltsünden, die es gibt. Mandeln Wachsen ausschließlich in heißen gebieten, daher kommen 80 % der Ernte aus Kalifornien. Eine einzige Mandel braucht zum reifen einen Liter Wasser! In einem Gebiet wo Wasser so wertvoll ist. Ist es also falsch diesen Stoff synthetisch herzustellen? Nein! Den Lebensmittelchemiker können bereits Stoff herstellen, die 1 zu 1 aus dem natürlichen Produkt entstehen mit viel weniger Aufwand. Also genau die gleichen Bestandteile haben wie das natürliche Produkt, doch wesentlich schonender für die Natur hergestellt. Dies ist nicht mit Künstlich zu verwechseln!

Meine bessere Hälfte Phil gehört zu diesen Menschen. Er erforscht Stoffe und Lebensmittel, welche man herstellen kann ohne dabei die Natur zu schädigen und trotzdem zu 100 % das gleiche Produkt zu haben ohne dabei Künstlich zu sein oder Künstliche zusätze zu enthalten.

Bei der Deklaration von Feedgreen fehlen mir persönlich daher etwas die Angaben woher sie Ihre Stoffe, und Lebensmittel beziehen. Auf der Startseite steht groß Bio und 100 % Natur ist das also schon die Antwort? Denn dann wäre 100 % Natur nicht immer etwas Tolles… wenn die Natur darunter leiden müsste. Da bereits jetzt einige beworbene Bestandteile durch den Trend Superfood stark in ihren natürlichen vorkommen ausgeweidet worfen sind, da die Nachfrage größer als das Angebot ist.Hier würde ich mir mehr Transparents wünschen.

Auch verwirrt mich der Satz auf der Packung.

„Die Zusammensetzung der Nährstoffe in einem natürlichen Nahrungsmittel wird vom Hundeorganismus immer viel besser aufgenommen als künstliche Zusätze“

Grundsätzlich gibt es bei dem Satz nicht auszusetzen, denn das ist auch bei uns Menschen so. Doch ist das nur ein Werbemittel?

Natürlich ist nicht immer das besser, synthetisch nichts schlechtes und künstlich nichts Gutes… puh da kommt man dann doch mal ins Grübeln.

Ich weiß, bei „Superfood“ bin ich ein schwieriger Kunde. Bio und nachhaltig sind 2 Paar Schuhe. Ich kann mich biologisch ernähren, doch es kann dabei um die ganze Welt gereist sein. Was möchte Feedgreen mir also mit ihren Sigeln sagen ?

Was viele nicht wissen, dass unsere deutschen Lebensmittel auch Superfood sind, es gibt zahlreiche Alternativen zu Chia und Co. Viele sogenannte „Alte Gemüse“ Sorgen oder Getreideersatz kommen aus Deutschland. Sie sind lediglich nicht so hipp.

Das Saison Thema

Auch stellt sich mir die Frage: Muss ich als Hundebesitzerin Dinge füttern, die keine Saison haben? Auch hier drückt die Köchin durch. Im Supermarkt kann man auch jetzt noch Wassermelonen, Erdbeeren und Co kaufen. Doch will ich das? Hier gibt es irgendwie nur eine Antwort. Warum macht man das? Weil man es kann. Punkt. Nicht weil man es will.

Bei Vela achte ich auch darauf, dass ihr Futter an die Saison angepasst ist, einfach weil ich es richtig finde. Es sollte einfach Dinge geben, die man nur im Sommer und nur im Winter essen sollte. Vor 20 Jahren haben die Menschen ohne Wassermelone im Winter ja auch überlebt.

Wie geht Feedgreen damit um? Ich kann es leider nicht sagen. Wir haben auch Sorten mit Erdbeeren getestet, die durch Gefriertrocknung haltbar gemacht worden sind. Finde ich okay, da die Erdbeeren nicht im November angebaut worden sind. Was ich aber leider auch nicht sicher sagen kann, da ich auch hier keine Deklaration gefunden habe.

Zusammenfassend würde ich mir von Feedgreen etwas mehr Tiefe bei der Deklarationen und der Beschreibung wünschen. Es fehlen mir die % Angaben der einzelnen Bestandteile auf der Packung. Grundsätzlich ist immer die Erstzutat auf der Deklaration am meisten Enthalten. Trotzdem gibt eine % Angabe für den Kunden noch mehr Sicherheit und Vertrauen, vor allen bei neuen Produkten. Das Wort Superfood wirft immer so viele Fragen wie Begeisterung auf.

Was ist also abschließend zu sagen, bei Superfood bin ich kein einfacher Mensch. Bewusst habe ich das Thema in diesem Beitrag nur „Angeschnitten“ da de Fokos auf dem Test liegen sollte. Ich möchte einfach wissen, was los und drinn ist. Feedgreen ist seit ein Paar Jahren auf dem Markt, und gilt in meinen Augen und in Unternehmenkreisen nicht mehr als Start up nach über 5 Jahren.

 

Aber ich denke, sie sind auf einem guten Weg leckeres Futter für 4 Beiner auf den Markt zu bringen. Wenn es nun noch regional und besser Deklariert wäre, würde ich es dauerhaft Kaufen. Da wir einfach nicht 100% hinter diesem Produkt stehen bieten wir wie viele andere kein Rabattcode mit Gewinnbeteiligung an.

*Alle Produkte wurden uns Kostenfrei zur Verfügung gestellt

1 Kommentare

  1. Hey ihr 2!
    bin gestern bei Pinterest auf euren tollen Produkttest gestoßen. Vielen Dank für deinen Kommentar auf meinem Blog zum Thema. Ich habe deinen Beitrag sehr gern und mit Interesse gelesen. Wie du schon bei mir geschrieben hast, finde ich die unterschiedliche Herangehensweise auch super. Für das Start-up ist das bestimmt hilfreich.

    Viele Grüße
    Silvana mit Cabo

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