All in, Trainerleben
Kommentare 2

Stress Symptome beim Hund erkennen

Heute widme ich mich dem Thema Stresssymptomen beim Hund, warum?

Stress ein sehr beliebtes Thema unter Hundehalter. Jeder weiß, was stress ist. Wir erleben ihn selber Tag täglich. Ob auf der Arbeit, zuhause oder gar Freizeitstress. Jeder weiß, wovon man spricht, wenn es um stress geht.

Was mir sehr häufig auffällt, ist, dass jeder was zu diesem Thema zu sagen hat, weil es jeder kennt und jeder hat. Doch schaffen wir es auch es bei unserem Hund zu erkennen? In diesem ersten Beitrag einer Stressreihe geht es nicht um stress an sich, dazu kommen wir noch. Als Erstes müssen wir wissen, was stress ist und was sind die Anzeichen beim Hund für stress. Wir Menschen neigen sehr gerne dazu, unseren Hund zu vermenschlichen. Keine sorge das machen wir alle, Leider. Wir sind ja nun mal Menschen. Also denken wir gerne, das Verhalten von unseren Hunden bei Stress konform ist zu unserem verhalten bei Stress. Viele Menschen die unter Stress stehen brüllen und schreien ergo müssen Hunde bellen, wenn sie stress haben. Dabei ist bellen viel komplexer und drückt viele mehr aus als nur Geräusche. Einige Signale für stress sind sehr leicht, zu erkennen, andere weniger. Einige Hunde drücken stress durch Aktivität und Reizbarkeit aus, andere Hunde eher durch Abnahme der Aktivität also Passivität.

Wie bei Menschen ist es unterschiedlich, wie Hunde den Stress zeige, doch wir, als Frauchen und Herrchen müssen wissen und lernen, wann der Hund diese Symptome anzeigt.

Hier ein paar Beispiele …

Gähnen //

Mein Lieblingsbeispiel ist das Gähnen: Wir Menschen sind einfach darauf programmiert zu sagen, auf die Frage, warum gähnt dein Hund? Er ist müde. Dies ist zwar nicht falsch, doch gähnen kann ein sehr deutlich aufgeführtes Zeichen für stress sein. Damit ihr erkennen könnt, wann der Hund wirklich müde ist und wann es stressig ist, zeig ich euch jetzt.

Ist ein Hund müde, gähnt er „klein“ ohne viel Anstrengung und Ausdruck, gähnt ein Hund stressbedingt zieht er sehr oft das Kinn zur Brust und gähnt sehr ausgiebig und kräftig.

 

_dsc0027

Bestes Beispiel // ich wollte eine Buchvorstellung vorbereiten und was machen die unkreativen Menschen? Genau so wie ich gerne mal einer bin  :) sie setzten dem Hund eine Brille auf. Vela fand das gar nicht toll. Sie neigt den Kopf beim Gähnen stark nach unten und gähne sehr ausgiebig dabei waren wir noch nicht auf unserer nachmittagsrunde, konnte also Müdigkeit ausschließen. Ich habe die Fotostrecke dann abgebrochen, denn es soll ja auch dem Hund Spaß machen und sie hatte alles, aber keinen Spaß dabei.

Hyperaktivität // ein gestresster Hund kann auch sehr aktiv sein. Dies ist ein Abwehrmechanismus. Der Hund macht sehr hektische Bewegungen, springt oder zeigt ein verhalten, was an herumalbern erinnert. Ein Hund kann dieses Verhalten aber schlecht dauerhaft oder lang anhaltend zeigen denn alle Reserven im Körper werden dabei angezapft und es erschöpft den Hund einfach schnell.

_dsc0966

 

Strecken und dehnen // wenn ein Hund morgens aufsteht, dann streckt und dehnt er sich zum lockern. Ist und kann auch ein Stresssymptom sein. Hunde strecken sich zum Beispiel gerne um Stress abzubauen, wenn sie in einer Menschenmenge stehen oder mit anderen Hunden konfrontiert werden. Denn dann sind die Muskeln vom Hund sehr angespannt und unter Strom (Adrenalin) nun hilft sich der Hund die Muskeln zu lockern, indem er sich streckt – nach der Situation, die stress ausgelöst hat.

Häufiges urinieren oder koten // wenn ein Hund häufiger als sonst mal muss, kann es sein, dass der Hund krank ist oder das er besonders viele stress hat. Erledigt er sein Geschäft im Haus ist er entweder nicht stubenrein oder ist Stress ausgesetzt oft passiert dies zur selben Zeit oder aus diesem Grund. Einer der Gründe warum man seinen Hund auf keinen Fall bestrafen sollte wenn er sein Geschäft macht, dies ist ein natürlicher Vorgang. Denn ein Hund kann dies unter Stress nicht steuern, also wird er bestraft für etwas, was er nicht steuern kann. Womöglich wird es dann draußen Probleme bekommen sein Geschäft zu machen. Hier sollte man unglaublich aufpassen. Auch wenn es ärgerlich ist, bestrafen sie ihn dafür nicht.

Schütteln // kommt der Hund aus dem Wasser, schüttelt er sich um das Wasser loszuwerden und sein Fell wieder zu richten. Beobachten mal euren Hund nach einer Hundebegegnungen, die im nicht ganz geheuer ist. Hunde schüttelt sich damit frei. Wir Menschen machen das auch gerne, wenn wir eine große Spinne sehen zum Beispiel ziehen wir die Schultern an die Ohren und schütteln uns. Das Gleiche passiert beim Hund.

_dsc0974

Mangelnde Aufmerksamkeit // ein Klassiker. Man ist im Wald und es kommt zu einer angespannten Situation, der Hund ist in dem Moment schlecht bis nicht mehr abrufbar. Hier ist es wichtig die Gesamtsituation zu sehen und zu analysieren. Sieht mein Hund ein Eichhörnchen oder ist es eine echte stress Situation? Wenn es stress ist, könnt ihr euren Hund rufen bis zum geht nicht mehr, er würde nicht kommen, weil er euch nicht hören kann. Das Gehirn zwingt ihn zur Tunnelperspektive. Eine genauere Erklärung dazu findet ihr hier [weiterlesen]

Erbrechen und Durchfall // und wieder bringe ich zu gerne ein Beispiel der Menschen, wenn wir gestresst sind, reagiert in erster Linie das Verdauungssystem. Wenn ein Hund erbringt oder durchfall hat, kann es viele Ursachen habe ein Infekt eine Krankheit aber auch Stress. Erbrechen und Durchfall sind in vielen Situationen ein Signal für sehr starken stress, dem der Hund ausgesetzt wird.

Übermäßiger Durst // dieses Anzeichen war für mich sehr hilfreich, denn auch bei Vela hat sich das bemerkbar gemacht. Im Training hatte sie in der ersten Stunde mehr wie einmal den Napf am Zaun komplett ausgesoffen und dabei immer wieder nach links und rechts geschaut. Auch dies kann wieder Anzeichen einer Krankheit sein oder stress. Bei Vela war mir schnell klar das es stress ist. Da sie zuhause zwar auch viele trinkt aber nicht literweise auf einmal. Anfangs dachte ich, sie ist einfach durstig. Doch sie wollte dieser Situation ausweichen, indem sie einfach etwas anderes machte, dies kann auch an Anzeichen für ein Beschwichtigungssignal sein den Artikel dazu findet ihr hier. [weiterlesen]

dsc04974

Übersprunghandlung // eins sehr häufiges Anzeichen für stress. Wenn ihr von eurem Hund etwas verlangt während er unter Stress steht, zeigt er plötzlich ein ganz anderes verhalten. Vela macht das gerne, wenn wir im Hundezentrum trainieren und auf dem zweiten Platz neben dran der durch einen Zaun getrennt ist, kommt ein weiterer Hund. Sie bellt und fixiert, ich zeige ihr körpersprachlich, dass sie sich darum nicht zu kümmern hat, indem ich mich vor sie stelle und sie dabei nicht anschaue! Der andere Hund verlässt den Platz und Vela handelt für einen Moment mit übersprung, indem sie wild um mich herum springt und rennt. Hier ist es oft schwer die Aufmerksamkeit seines Hundes wieder zu bekommen.

Schweißpfoten // sowie Menschen an den Händen schwitzen wenn sie nervös sind, oder stress haben können Hunde an den Pfoten schwitzen, sie bauen es nicht nur allein über das Hecheln ab. Ihr werdet das merken, wenn ihr beim Tierarzt seid und der Hund kann kaum auf dem rutschigen Tisch für die Untersuchung stehen, weil er immer wieder mit den Pfoten wegrutscht. Dies ist auch ein Anzeichen für stress.

_DSC0971

Fazit //

Was ich ganz klar sagen muss, ist das diese Symptome nicht von allen Hunden immer gezeigt werde, machen Hunde zeigen immer, dass gleiche stress Signal andere können eine ganze Palette abspulen bei den Beispielen habt ihr es bestimmt gemerkt auch Vela hat so ihre Symptome diese sind: Übersprunghandlung, übermäßiger Durst, gähnen oder erstarren. Man kann dieses Thema nicht pauschalisieren genauso wenig wie das Training an sich. Die Schwelle zu stress ist bei jedem Hund anders somit auch die Symptome. An uns ist diese Symptome zu erkennen, wenn sie auftreten und die Situationen für den Hund einfacher zu machen.

Meine persönliche Meinung //

Beim stresstraining sind mir 3 dinge wichtig. Mehr sie sind absolut notwendig, bevor ich anfange zu trainieren. In dieser folge.

Wie wird stress bei meinem Hund ausgelöst? (andere Hunde? Menschen? Gegenstände?)

Welche Symptome zeigt mein Hund bei stress?

Was wurde bislang unternommen um stress zu reduzieren oder zu vermeiden?

 

Merken

Merken

2 Kommentare

  1. Anika sagt

    Dein Bericht ist sehr hilfreich. Das mit dem Durst habe ich nicht gewusst.
    Aber ist nicht auch Kratzen ein Anzeichen auf Stress?
    Mir wurde es zumindest auf dem Hundeplatz gesagt, wenn sich mein Hund beim Anblick von anderen Hunden kratzte.

    • FrauVela sagt

      Liebe Anika, es freut mich das dir unser Artikel geholfen hat. Du hast natürlich recht, auch Kratzen ist ein Stress anzeichen, auch Hautprobleme an sich können von Stress ausgelöst worden sein und dann das Kratzen verursachen. Es gibt noch viele viele mehr. Es gibt sogar Hunde die ihre Eigenen Stresssymptome regelrecht entwickeln. Ich freue mich aber sehr das du zu meiner Liste noch ein Wertvolles Detail hinzufügst 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.