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Unsere Schritte zu.. Erfolgreiche Begegnungen an der Schleppleine

Leine und Hundebegegnung ist ja immer so eine Sache. Ja nein vielleicht. Jeder hält es anders. Und jeder hält seinen Rat für pures Gold. Die Ultimative Lösung! Ich beobachte immer mehr das es auf Spielwiesen nur noch darum geht wer recht hat. Habt ihr schon mal an die Hunde gedacht? Das vielleicht DIE eine Lösung nicht für alle Ideal ist?

Was mir leider vermehrt auffällt, ist, dass es nicht jeder akzeptiert, was oft zu Bösen Blicken führt. Vela und ich haben die „Regel“ oder eher die Absprache: „Bist du an der Leine, gibt es keinen Kontakt“ unter Hunden kann das gerne mal zu Missverständnissen kommen und es schränkt die Kommunikation ein. Grade bei Vela die zu 100 % auf Körpersprache aller beteiligten schaut, will ich es vermeiden, dass ich durch Bewegungen mit der Leine sie einschränke oder selber verwirre. Aber ich gebe zu, auch wir haben eine Ausnahme. Wenn wir Hunde aus unserer Straße Treffen! Hier ist das Durchschnittsalter eines Hundes 8 Jahre, somit geht es hier sehr gelassen zu. Man sagt sich kurz „Hi“ und geht weiter, da Vela diese Hunde jeden Morgen trifft – ja auch wir sind morgens Gewohnheitsmenschen, darf Sie hier an der Leine ihre Nachbaren begrüßen. Kommt es doch mal zu mehr Interaktion Leine ich Sie ab.

Bei fremden Begegnungen verhalten wir uns jedoch immer gleich. Wenn sich das andere Hund Mensch Team etwas Zeit nehmen möchte, schlage ich immer gerne vor, nach Möglichkeit beide abzuleinen, dass sie sich ohne Einfluss kennenlernen.

Es kommt auch immer wieder zu dem Satz, „ach nur kurz schnuppern“, in solchen Momenten, weichen Vela und ich ja fast schon fluchtartig aus. Wir fühlen uns einfach beide nicht wohl dabei.

Es gibt aber auch immer wieder Situationen, in denen Vela falsch reagieren. Ist Sie nun unangeleint, habe ich natürlich viel weniger Handlungsspielraum sie einzuschränken oder zu korrigieren. Die Korrektur sollte natürlich genau in dem Moment sein, wo sie das Fehlverhalten zeigt. Wenn beide Hunde agieren, ist es ja natürlich umso schwerer- in DEM einem Moment einzugreifen.

Darum benutze ich auch gerne für Hundebegegnungen die Schleppleine, natürlich immer gerne in Absprache mit dem Hund Mensch Team.

 

Wie läuft das bei uns ab?

Ich mache es immer davon anhängig, wie der andere Hund auf uns zukommt angeleint oder unangeleint. Ist er unangeleint, und Vela an der Schleppleine, lasse ich die Situation genau auf uns zukommen. Vela hat 2 Angewohnheiten bei Hundebegegnungen:

  1. Ich laufe einen Bogen von etwa 50 Meter und komme dann strahlend auf Frauchen wieder zugelaufen.
  2. Oder ich presche stinkwütend 10 Meter nach vorne und stell mich trotz meiner super angst auf Verteidigung ein und mobbe den anderen so, lange bis er die Flucht ergreift & fühle mich dann Mega geil.

Zu Nr. 1

Nr.1 ist ihre Individualdistanz, die sich Vela einfach nimmt und ihr auch nach Möglichkeit gegeben wird. Genaueres dazu findet ihm Artikel über Individualdistanz. Doch diese Distanz kann ich ihr nicht immer ermöglichen! Daher üben wir regelmäßig den Abstand kleiner zu halten. Etwas was mir hier sehr wichtig war und auch heute noch ist. Vela bestimmt das Tempo! Ich dränge und schupse sie nicht in die Situation. Ich ermutige sie allerdings etwas näher da zu bleiben. Aufgrund der 15 Meter Schleppleine, ist bei 15 Meter Schluss. Um Sie nicht zu überfordern von 50 Meter auf 15 Meter nah ran zu kommen, bin ich den Bogen anfangs mitgelaufen. Jetzt kommt die Leine zum Einsatz, mit der Zeit verkleinerte ich den Abstand, was Vela natürlich nicht wollte. Ich passte mich ihr hier an und wir machten nach und nach kleine Schritte auf das andere Hund Mensch Team – anfangs habe ich es mit Ablenkung versucht- etwas was Vela aber richtig blöd fand- Ihr machte die Ablenkung noch mehr Stress. Sie weiß gerne was um sie rum passiert und darauf habe ich mich eingestellt. Also schauen okay, wegrennen nicht mehr. Dabei habe ich sie gelobt und bestätigt.

Etwas was ich immer gerne im Training auch sage ist, bei Hunden, die noch in der „Ausbildung“ sind, ist Loben, während sie etwas gut machen sehr wichtig! Wir laufen also gemeinsam unseren bogen und Vela ist einigermaßen entspannt. In der Zeit sage ich immer: „Super machst du das, toll„. Fertig ausgebildete Hunde lobe ich immer am Ende der Situation Hunde, in Ausbildung die  Zeit über wo die Übung läuft und der Hund es auch gut macht. Denn sie müssen ja wissen, dass sie es jetzt grade gut machen! Mit der Zeit sollte das Loben fließend zum Ende übergehen.

Mit dieser Übung habe ich Vela gezeigt: Du musst kleine Angst haben. Ich zeige dir, dass wir es zusammen schaffen! Trotzdem hat sie bis heute noch eine Individualdistanz von ca 10 Meter. Die ich ihr aber auch lasse. Viele denken und sagen Vela würde mir nicht vertrauen und läuft deswegen weg. Anfangs hatte ich daran zu kauen, doch wenn wir den Platz haben, darf sie sich diesen auch nehmen. Mir war jedoch wichtig, dass diese extreme Weite kleiner wird und das haben wir erreicht. Es hat unsere Beziehung verbessert. Ich vertraue ja auch darauf das Sie dann wiedr zu mir kommt und das tut Sie auch.

Nr2 tritt immer auf, wenn Vela einen schlechten Tag hat, sie ist allgemein sehr launisch und morgens vor dem Spaziergang weiß ich genau was für ein Tag heute ist. Ihre Art aufzustehen mir GUten Morgen zu sagen, sagt mir heute alles über Sie und wie es Ihr an diesem Tag geht. Anfangs bin ich echt daran verzweifelt, denn an sollchen Tagen ging einfach nix. Doch seitdem ich es akzeptiert habe, ist es wesentlich besser geworden.

Szenario 2 ist besonders intensiv, daher musste ich sofort einen riegel vorschrieben. Ihr passives Verhalten (den großen Bogen laufen) wird aktiv und wird dadurch bestätigt, dass der andere Hund sich unterwirft oder wegrennt. Velas Ego lässt das in utopische Höhen schweben und das ist alles andere als gut!! Das darf man jedoch nicht verwechseln mit „selbstverteidigen“, wird Vela zum Beispiel gemobbt, hat sie die Erlaubnis sich nicht von dem anderen Dominieren zu lassen. Hunde untereinander können das bis zu einem Punkt gut ausmachen, das hört sich manchmal Gefährlich an ist es aber nicht, auch wenn es für uns immer so aussieht. Trotzdem darf man so was nicht unterschätzen. Wenn Vel amal jemanden gemobbt hat und ich einfach nicht schnell genug war. Habe ich leider oft erlebt das Halter ihre eigenen Hunde „in die Schranken gewiesen haben“ dabei haben Sie Vela in Hundesprache nur gesagt „Eh verp** Dich“ und das war völlig Okay, denn auch Vela muss von Hunden lernen, das dass so nicht geht! Und Hundehalter müssen Lernen zu unterscheiden! Das ist sehr wichtig. Näheres dazu nächste Woche in unserem Artikel über Korrekte Verteidigung.

Die Situationen können auch kippen und blitzschnell umschlagen daher ist es wichtig selber körpersprachlich einzugreifen, sollte es zu viel werden. Daher bin ich überhaupt kein Fan von dem Satz „die Hunde machen das schon alleine“ oft fühlt sich dabei der Hund eher allein gelassen…

An einem schlechten Tag preschte Vela also mit aufgestellten Kamm nach vorne und knurrte & Bellt was das Zeug hält. Näherte sich das andere Hund Mensch Team, ranntet sie wieder weg, sind diese vorbei, rannte sie hinterher!! Geht gar nicht!! Also ab an die Schleppleine. Hier konnte ich damals gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen. Erst mal wird nicht wütend nach vornegerannt & gekeift, ich hole sie also mit der Schleppleine auf etwa 5 Meter ein und schränke sie mit meiner Körpersprache ein. Damit möchte ich ihr vermitteln einerseits: „Hey, das geht nicht“ und auf der anderen Seite: „Ich kümmere mich darum! Nicht du!“ Einer der Lektionen, die vor ein paar Jahren schnell lernen musste.  Das ich dafür da bin, die Dinge zu klären, nicht Vela.

Das gleiche machte ich beim Hinterherrennen und bellen, durch die Leine konnte ich das natürlich verhindern. Wäre sie frei gewesen hatte ich mich Körpersprachlich dumm und dämlich quatschen können. Sie wäre 2 gekonnte Bogen gerannt und zack an mir vorbei. Am Anfang ist uns das passiert – Sie trickste mich aus und ihr Ego wurde unermesslich groß. Sie hatte nicht nur den anderen Hund in die Flucht gebellt, sondern auch mich völlig unglaubwürdig da stehen lassen. Das gab ihr natürlich Erfolg und sie wusste genau, was sie zu tun hatte, um an mir ohne Schleppleine vorbei zu kommen. Lange habe ich mir das nicht angesehen, doch es sah’s schon tief bei ihr verankert! Dinge die zum Erfolg führen lernen Hunde sofort.

Bei Thema Hundebegegnungen an der Schleppleine ist diese Aktiv einzusetzen, hier dient sie nicht nur als „imaginär“, sondern als aktive Absicherung in eine Situation wo der Hund zwar Handlungsspielraum hat, diesen aber kontrollieren muss und auch kann mit hilfe vom Halter. Vor einigen Wochen habe ich einen Artikel über die Flexileine geschrieben. Mir ist es wirklich wichtig, dass die Hundehalter langsam verstehen. Eine Flexileine ist KEIN Ersatz für die Schleppleine. Das ist NICHT das Gleiche. Diese Leinen haben NICHTS gemeinsam. Ich weiß gar nicht wie die Hundehalter immer darauf kommen!!

Ich arbeite inzwischen dauerhaft bei Hundebegegnungen mit der Schleppleine auch im Training. Man kann gut eine Hundebegegnung „nachstellen“ bei dem der Hund frei läuft. Den auch im Freilauf sollte ein Hund in einer ernsten Situation in der Lage sein zu hören.

Durch die Leine habe ich vor allen meine Glaubwürdigkeit wieder erlangt gegenüber Vela, sowie Vertrauen und Gelassenheit. Selbst wenn Begegnungen mal schwierig sind, mit der Leine habe ich ganz am Ende immer noch die volle Kontrolle. Das beruhigt mich und gibt mir und Vela ein sicheres Gefühl. Kommen wir in so eine Begegnung, rolle ich die Leine nicht auf! Vela spürt sofort, dass etwas nicht stimmt! Ich fasse die Leine einfach unauffällig an dem Punkt, wo ich denke die Leinenlänge ist gut zu Händeln. Der Begriff Schleppleine – denken viele, kommt daher das wir Halter die Leinen „Schleppen“ doch eigentlich ist es für den Hund gedacht. Vela ist diejenige die schleppt, ansonsten hätte das Ganze ja auch keinen Sinn. Wenn ich immer die Leinen halten würde. Für die eingewöhnung war es klar, dass ich Vela unterstütze und ihr mit der Leine helfe. Doch die Gewöhnung sollte vor allen Vela lernen.

Das Ziel der Schleppleine ist in meinen Augen – diese irgendwann abzumachen. Es ist das Vertrauensband und die Absicherung für den Halter.Der Korrektor bei Fehlverhalten und Hilfestellung.

Die Schleppleine kann auch schützen! Im Artikel ein schlimmer Rückfall hatten wir diese Situation 2 Hunde gingen auf Vela los. Vela war frei und sie hetzten sie über die Felder und ich stand hilflos da. Wäre Vela an der Schleppleine gewesen, wäre ich in der Lage gewesen die anderen Hunde wegzuschicken. Somit kann ich auch Vela mit der Leine schützen und am Ende eines Tages ist mir genau das wichtig! Und wenn wir dann am See angekommen sind… darf Vela erstmal den Nacktbade Hund machen, denn im Wasser bringt Sie nichts aus der Ruhe!

 

 

 

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4 Kommentare

  1. Yvo sagt

    Wieder ein wundervoller Artikel!

    Es ist immer wieder faszinierend wie viele Facetten Vela hat.

    Leider scheinen das die wenigsten zu wissen, oder wahrhaben zu wollen, dass es an der Leine zu Missverständnissen kommen kann.
    Samstag erst wurde ich gefragt ob mein Hund unverträglich sei, weil ich einen Bogen beim Futteronkel lief um nicht in direkten Kontakt mit dem anderen Hund zu kommen, der quasi hinter uns stand. Glücklicherweise hat dann das Onkelchen direkt geschaltet und genau dieses Argument gebracht. Ich war noch zu perplex von der Frage. 😀

    LG Yvo & Kathy

    PS: Kommentar senden streikt über das Handy. Es verschluckt den Knopf. 🙂

    • FrauVela sagt

      Faszinierend und gerne al anstrengend aber so wird es nie langweilig. 🙂 Den Spruch mit der unverträglichkeit kenn ich zu gut oder wenn Vela ihre Individualdisstanz nimmt ( dafür suche ich immer noch ein einfacheres Wort?) 😀 Oh nein Ihr Hund läuft weg….

    • FrauVela sagt

      Wegen dem Knop schau ich nochmal Danke. Bei meinen Handy geht es…. komisch. Muss mal von einem anderen Checke, Danke!!

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