All in, Unsere Schritte zu..
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Unsere Schritte zum entspannten „Allein bleiben“

Alleine bleiben, kann Vela super, damit werden Sie keine Probleme haben … war die Aussage, als wir uns für Vela entschieden haben. Gut, Sie sagten auch, Sie sei ein Anfängerhund! Also kann ich mir im Nachhinein Denken, ob es gestimmt hat oder nicht.

Natürlich war es anfangs mehr wie eine Katastrophe und wir sind wirklich fast daran verzweifelt. Vela hat nicht nur alles kaputtgemacht – wie Fernbedienungen Schuhe oder Teppiche, sie meinte auch dauerhaft an der Tür zu kratzen, dass wir diese nach einige Zeit ausbauen mussten. Ganz schlimm war auch, dass sie uns immer wieder auf Sofa gepinkelt hat. Unsere Wohnung sah aus, als ob ein Wirbelsturm durchgefegt ist (mal 10).

Ja… wir hatten Spaß.

Was wir früher alles versucht haben:

  • Gehen ohne das Vela es merkt
  • Leckerchen in der Wohnung verteilen und gehen
  • ohne ein Wort zu gehen
  • oder einfach gar nicht mehr gehen
  • 5 Minuten gehen wieder kommen, 10 Minuten gehen und so weiter

Wir kamen wirklich an unsere Grenzen und blieben irgendwann einfach zuhause. Doch das ist natürlich keine Lösung. Zusätzlich, da Vela sich ja nicht von anderen anfassen lässt, haben wir auch keine Familie oder Freunde fragen können – es war einfach unmöglich.

Also wurden Vorbereitungen getroffen. Alles Wegräumen, Sofa abdecken, Klingel ausschalten und so weiter. Jedes Mal war es ein Drama und die Bereitschaft, das Verständnis und auch die Geduld, schwand mit jedem Mal. Gefühlt konnte uns niemand helfen….

Nichts der Methoden hat funktioniert, im Gegenteil, es wurde mit der Zeit alles immer schlimmer. Während der Ausbildung – hatten wir ein spannendes Thema, wo es darum ging Hunden in Angst Situationen eine Aufgabe zu geben, um die Angst uninteressant zu machen und Signale wirklich von ganz klein aufzubauen. Da je nach Hund signale schlichtweg nicht aufgebaut werden können aus Angst oder überforderung.

Einen Job gegen die Angst.

Wir hatten eh schon alles versucht, warum also nicht auch das! Wir haben Vela also eine Aufgabe gegeben und sie ganz klar wissen lassen, dass wir nun gehen und das Sie nun hier aufpassen muss, damit stärken wir ihr Selbstbewusstsein. Man unterdrückt nicht die Angst, sondern tauscht diese aus. Man desensibilisiert sie für die Abwesenheit von Herrchen und Frauchen – und zwar wirklich von ganz ganz unten.

Wie haben wir das aufgebaut?

Erst war wichtig zu wissen, wie viel Angst sie hat. Eine Menge, also war die Übung mit dem 5 Minuten aus der Wohnung gehen und wiederkommen schon viel zu viel und daher falsch für Vela.

Wir haben ein Signal für das „alleine bleiben“ > bis gleich! Fällt dieses Signal, weiß sie genau : Sie ist jetzt Herr im Haus und allein. Aufgebaut habe ich es, wie das 5 Minuten gehen. Nur, anstatt gleich die ganze Wohnung zu verlassen, haben ihr ein Zimmer zum aufpassen gegeben und sind selber nur in einen anderen Raum gegangen.

Der Raum, in dem sich Vela am wohlsten fühlt, ist das Schlafzimmer. Also haben wir da angefangen. Ich habe das nur gemacht, wenn sie bereits im Schlafzimmer lag. Ich habe sie nicht extra rein geschickt! Das ist sehr wichtig.

Sie sollte, wenn ich „bis gleich“ sage, nicht damit verknüpft ins Schlafzimmer zu gehen, sondern einfach nichts tun und weiter dösen – ihr sollte aber auch klar sein, dass ich jetzt nicht mehr da bin. Also eigentlich ein tolles Signal, für nix Tun belohnt zu werden!

(Hätte ich sie vorher ins Schlafzimmer geschickt, hätte sie dies mit dem Signal verknüpft und sei durch die Aufmerksamkeit voll fixiert gewesen. Bedeutet, schicke ich sie ins Schlafzimmer und sage „bis gleich“ wäre sie hinterhergekommen und hätte nicht gewusst, was sie tun sollte.)

Blieb sie entspannt, wenn ich „ging“ und scherte sich nicht weiter drum, wurde sie belohnt. Wichtig! Hier ging es nicht um das Signal „bleib“. Bei bleib setzt man Hund meist vorher an einem Ort ab. Daher, wie oben geschrieben, dort üben, wo der Hund grade liegt.

 

Besonders gut konnte ich dies auch abends vor dem Fernseher üben. Bin ich aufgestanden (aus welchem Grund auf immer) sagte ich ihr mit halber Aufmerksamkeit bis gleich und ging, kam ich wieder bekam sie ein Leckerchen. Es sollte die Verknüpfung endstehen:

Fällt das Signal > bis gleich, geht Frauchen und kommt wieder.

So übte ich es immer wieder mit ihr über Wochen, wenn sie sehr entspannt im Schlafzimmer lag, im Wohnzimmer oder auf dem Balkon (einfach überall). Ich sagte „bis gleich“ und ging in die Küche um mir etwas zu trinken zu holen, mich umzuziehen oder irgendetwas in der Wohnung zu tun, wo ich relativ schnell wieder bei ihr war. Ich habe es bestimmt 30 mal am Tag gesagt. Immer wenn ich aufgestanden bin!

Dann nach einigen Wochen haben wir es ausgebaut, ich sagte „bis gleich“ wenn ich die Post holte, in Keller ging, oder etwas aus dem Auto holte. Blieb sie ruhig und entspannt (was man bei ihr mehr wie hören konnte, wenn nicht) wurde sie belohnt. Sie darf natürlich schauen gehen und durch die Wohnung gehen – daher ist es wichtig, dass es anfangs nicht als/und mit „Bleib“ aufgebaut wird! Die Anstände der einzelnen Phasen sind natürlich vom Hund abhängig. Übt aber lieber eine Woche mehr – anstatt den Hund zu überfordern.

Die Abstände wurden größer und nach, ich denke 3 Monaten, war sie vollkommen stressfrei, wenn wir gingen. Es hat uns alles erleichtert, wir konnten ohne große Sorgen das Haus verlassen und auch mal etwas rumliegen lassen, wenn wir gingen. Ich musste das Sofa nicht mehr abdecken oder selber voller Stress an den Gedanken das Haus verlassen.

Heute ist es für sie kein Problem mehr, alleine zu bleiben. Wenn die Nachbaren kommen, nimmt sie, laut ihren Aussagen, die zwar wahr und Belt auch mal – doch nach aussagen aller Nachbaren ist dies nur, wenn sie (laut) an unsere Wohnungstür vorbeigehen und dagegen habe ich dann nichts. Natürlich hat es auch unsere Nachbaren mehr wie nur gefreut, denn die haben auch sehr darunter gelitten. Jeder Hund lernt natürlich in anderen Tempo, Vela war von unseren vielen unterschiedlichen Versuchen leider total durcheinander, so hat es bei uns länger gedauert. Doch die Mühe hat sich mehr wie gelohnt! Was ich an diesem System so toll fand, war, das ich Vela beim aufbauen des Signals nie in eine Stresssituation bringen musste. Unter Stress lernt ein Hund nicht – verlasse ich also das Haus um ihr das beizubringen, obwohl sie noch nicht soweit ist, lernt sie genau – nix. Mit der Zeit wird es eher immer schlimmer – so war es bei uns und ich bin froh, dass wir dies hinteruns haben.

 

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4 Kommentare

  1. Lucie sagt

    Bin total begeistert und werde das auch bei unserem Sunny anwenden.
    Er bleibt zwar alleine, jedoch verfolgt er mich in der Wohnung auf Schritt
    und Tritt. Um ihm zusätzlich das Alleinbleiben zuerleichtern, fangen wir sofort an!
    Werde dir dann berichten 🙂

    • FrauVela sagt

      Liebe Lucie, liebe Sunny,
      schön das wir euch anregen konnten. Das mit dem hinterher laufen, kenn ich auch. Vela hat uns auch immer „verfolgt“ und kam nicht zur Ruhe. Daher haben wir wirklich ganz ganz von Vorne angefangen, dass verlassen der Wohnung war ein8fach zu viel auf einmal. Ich freu mich auf euren Bericht darüber! Einen schönen Sonntag für euch. PS: Ihr könnt, wenn ihr Lust habt einen ganzen Erfahrungsbericht darüber schreiben. Gerne veröffentlichen wir eure Erfahrungen ….

  2. Pingback: Das Ding mit der Bestrafung – Sinnvoll oder Sinnfrei? |

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