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Unserer Schritte zu entspannten „Hundebegegnungen“

Hundebegegnungen, wenn ich früher mit Vela Begegnungen an der Leine hatte, habe ich wirklich schnapp Atmung bekommen. Ich wusste, oh Gott gleich geht es los. Gleich zieht es mich nach vorne, ich werde genervt, ich frustriere am anderen Ende der Leine. Ich muss mich diesen Blicken stellen, die mich fragend ansehen und mich durchdringen. Mit ungesprochenen Worten wie: Hast du deinen Hund etwa nicht erzogen. Ich möchte ein Schild zeigen, ein Video mit mir rum tragen – was wir alles zusammen können. Doch dies, bekamen wir einfach nicht hin. Also drückten wir vor inzwischen 2 Jahren den Reset Knopf. Bitte einmal auf Anfang. Hallo Vela, ich bin, anke …..

Entschleunigen, erst mal langsam machen, tief durchatmen und alles auf Anfang. Dies war im ersten Moment wirklich frustrierend. War also alles bisher umsonst? Ich habe irgendwann aufgehört mir diese Frage zu stellen. Es gibt vieles, was wir zusammen in der Vergangenheit falsch gemacht haben. Doch in diesen Momenten brachte es unserer Beziehung nichts, daran zu denken was wir falsch gemacht haben, sondern es half uns, nun zusammen als Team neu anzufangen und im hier und jetzt zu sein. Bei Begegnungen habe ich meist die Leine kurzer genommen, war total aufgeregt und wurde zunehmend nervös. Das musste ich ändern.

Ich gebe Vela das Gefühl: Ich habe die Situation voll unter Kontrolle. Ich achte auf meine Körpersprache, auf meine Atmung und bleibe klar und entspannt. Weder ruckartige Bewegungen noch stress kontrollieren die Situation. Inzwischen mache ich vor jeder Hundebegegnung einen kurzen Moment die Augen zu, atme einmal tief ein und rufe Vela freudig und einladend zu mir her um sie anzuleinen, wenn der andere Hund auch an der Leine ist.

Kontakt an der Leine lasse ich nicht zu, denn es beinträchtig die Kommunikation der Hunde und kann zu Missverständnissen führen.

In der Sprache der Hunde ist, direktes aufeinander zulaufen die pure Herausforderung und eine Aufforderung. Daher laufe ich mit Vela einen Bogen –  die Distanz schwankt, manchmal brauchen wir mehrere Meter manchmal reichen ein paar Schritte. Welche Distanz wir brauchen, merke ich bereits weit vor der Begegnung an ihrer Körpersprache und auch an ihrer Laune an diesem Tag. Darauf stelle ich mich täglich neu ein.

Individualdistanz ist das a und o. Jeder Hund hat eine andere, also wahre ich die meines Hundes und die des anderen, damit sich beide so weit wie möglich wohlfühlen können – obwohl ich den anderen nicht kenne. Kommt ein Hund auf uns zu, nehme ich die größtmögliche Distanz auf. Läuft der andere Hund rechts, nehme ich Vela auf die linke Seite um im Notfall, körpersprachlich zu agieren. Die Leine, nehme ich nicht kürzer. Ich arbeite rein mit Körpersprache. Druck erzeugt Gegendruck. Nehme ich die Leine sehr kurz – gebe ich Vela das Gefühl gefangen zu sein und das es kein Entkommen gibt.

Kunststückchen, stehen bleiben oder Experimente vermeide ich stets bei Hundebegegnungen. Ich achte nur noch wenig auf den anderen Hund oder den Halter. Vela richtet sich sehr stark nach mir, nehme ich den entgegenkommenden Menschen und den Hund entspannt wahr, ist dies schon die halbe Miete für Vela. Ich richte mich also neu aus, schaue auf einen weiter entfernten Punkt hinter dem was uns begegnet. So nimmt auch Vela wahr, dass ich nicht die Begegnung anschaue, sondern mit meinen Gedanken, meiner Körpersprache und meinem Blick schon an der Situation vorbei bin. Würde ich mit ihr stehen bleiben, würde sie denken, ich spiele Aufmerksamkeit in die Situation, die ihr so viel Unbehagen macht.

Ich werde oft und gerne gefragt, ob wir nun geheilt sind? Und ich kann stolz sagen. Nein, sind wir nicht und werden wir auch nie sein. Es gibt keine „Heilung“ in diesen Themen, es gibt die Verbesserung. Jede Situation ist anderes und zusammen als Team stellen wir uns immer wieder neu darauf ein – es wird immer mal wieder eine Situation geben, die nicht so läuft wir beide gerne hätten. Das nennt man allerdings leben.


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