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Unsere Schritte zum.. erfolgreichen Aufbau der Schleppleine & Rückruf

Mal kurz den Hund an die Schleppleine legen und rufen, fertig! Na, wenn es so einfach wäre, mit der Schleppleine zu arbeiten, wäre ich sicher arbeitslos!

Wie wir es geschafft haben, erfolgreiches Schleppleinen Training. Schleppleinen Training ist nicht gleich Schleppleinen Training. Es ist mehr, als nur Leine drang hängen und fertig. Erst mal ist der Grund wichtig. Hört der Hund nicht? Hat er ein Problem mit aktiven Verteidigungsverhalten? Andere Hunden, Menschen oder einfach mit der Umwelt an sich. Auch mangelndes Vertrauen vom Halter ist ein guter Grund. Selbst wenn der Hund super hört, ist die Schleppleine ein guter Vertrauensaufbauer und eine Absicherung für die Menschliche Seele….

Es gibt also viele Gründe seinen Hund an die Schleppleine zu bringen und leider auch viele Falsche! Zum Beispiel Leinenführigkeit, sollte man nicht mit der Schleppleine Trainieren.

Vela hatte so ungefähr 30 Gründe um Sie an die Schleppleine zu nehmen. Die ganze Umwelt war und ist ein Problem. Knarrende Äste, wehende Blätter, Hunde, Menschen. Es gab nicht viel, was Sie nicht aufgeregt hatte. Sie wollte vor allen eins, Weglaufen! Doch manchmal muss man sich Schritt für Schritt, auch als Hund seinen Ängsten stellen und am besten zusammen mit Frauchen.

Leinen Syndrom

Die klassische Leine machte bei uns alles nur noch schlimmer mit der Zeit. Vela signalisierte mir, dass sie raus will aus dieser Situation. Durch die Leine ging das nicht und sie verlor das Vertrauen zu mir. Ihre Individualdistanz ist in einigen Themen wirklich groß und aufgrund der „kurzen“ Leine konnte ich ihr diese nicht zur Verfügung stellen. Das Vertrauenschaos war also Perfekt. Ableinen hätte ich sie aber auch nicht können, da kam die Schleppleine dann wie gerufen! Mit der Schleppleine haben wir es geschafft, uns wieder zu vertrauen und dieses Vertrauen zu festigen und in schwierigen Situationen zu reagieren ohne die Leine kurz zu nehmen. Was ohne hin viele Hunde aufgeregt da sie sich in einer für sie stressigen Situation noch mehr eingeengt fühlen.

Erstmal war es wichtig, die richtige Ausstattung zu finden. Eine Schleppleine gehört nicht ein Halsband! Sondern an ein Geschirr. Worauf ich auch immer verzichte ist auf eine Handschlaufe am Ende der Leine, diese kann sich beim „schleppen“ am Boden schnell einklemmen oder hängen bleiben. Für mich ist die Handschlaufe komplett überflüssig und sogar eher gefährlich. Auch auf Schnick Schnack Funktionen kann man in meinen Augen sehr gut verzichten.

Bei der Auswahl der Schleppleine gibt es verschiedene Möglichkeiten nach Länge und Material. Für Vela habe ich eine aus Biotane gekauft, diese ist schön leicht und das Material lässt sich leicht sauber machen. Verzichtet lieber auf Schleppleinen aus Stoff diese Saugen sich voll und werden immer schwerer, außerdem werden diese so dreckig, wie die Nacht dunkel ist.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass eine Schleppleine nicht länger als 15 Meter sein muss. Egal welche Größe der Hund hat. Einige machen Größe und Gewicht davon abhängig – ich nicht. Den nicht nur der Mensch, sondern auch der Halter muss in der Lage sein, mit der Leine umgehen zu können. Selbst 15 Meter sind bereits eine Herausforderung.

Schleppleine für uns Menschen

Die richtige Handhabung ist wichtig, um Verletzungen zu vermeiden. Wickel also die Leine niemals mehrfach um die Hand, sollte dein 4 Beiner mal losrennen, kann nicht nur er sich erst verletzen, sondern auch du! Ich habe Sie anfangs in 2 bis 3 großen Schlaufen gehalten, das ich im Notfall loslassen oder kontrolliert halten kann.

 

Begegnungen an der Schleppleine

Hier scheiden sich ja die Geister- besteht ein Unterschied, ob ein Hund an der Leine oder an der Schleppleine Kontakt hat? Bei Vela haben wir die Regel – bist du an der Leine, gibt es kein Kontakt. Es schränkt die Kommunikation ein und führt zu Missverständnissen. Das mag vielleicht hart klingeln, doch bislang habe ich nur gute Erfahrungen damit gemacht, bleibt man mal stehen dann werden beide abgeleint, dass sie sich ohne Einfluss „kennenlernen können“ wenn sie das möchten.

Begegnungen an der Schleppleine finde ich daher echt schwer, oft kommt es auf die Situation drauf an. Da die Schleppleine ja eigentlich eine Absicherung und eine „imaginäre“ Leine  darstellen soll, lasse ich es zu, das Vela Kontakt an ihr hat, wenn der andere nicht angeleint ist. Auch in solchen Situation kann ich eingreifen, wenn Sie unpassend reagiert.

Wenn das Kennenlernen in spielen umschlägt, Leine ich die Schleppleine ab! Die Gefahr das sich einer der Hunde einwickelt und verletzt ist einfach zu groß. Ganz davon abgesehen das auch unsere Menschen Beine mal leiden können und das lässt sich somit einfach vermeiden.

Training mit Schleppleine

Da wir nun viel zu verschiedenen Dinge trainiert haben, vom Rückruf, frei bei mir laufen, oder Hundebegegnungen waren anfangs 15 Meter Leine super. Mit der Zeit und steigendem Erfolg, habe ich Sie kürzer geschnitten (wieder ein Vorteil von Biotane- es kann nichts ausfransen oder Ähnliches) bis wir bei etwa 5 Meter angekommen waren. Das ist nun eine Länge die uns, als inzwischen alter Schleppleinen Hasen vollkommen ausreicht.

Wie wir die Schleppleine aufgebaut haben: Die erste Woche habe ich von Vela nichts an der Schleppleine verlangt, sie sollte einfach nur mit dieser Laufen. Sie musste sich daran gewöhnen, dass hinter ihr etwas „hergezogen“ wird. Bei 15 Meter hatte ich einige Meter Länge aufgerollt in der Hand. Die Leine war jedoch nie gespannt! Grade bei so viele Angst und Umweltprobleme, wäre es von Vela viel zu viel verlangt gewesen gleich, an der Schleppleine zu arbeiten. Ich habe ihr also Zeit gegeben um sich damit anzufreunden.

Nach ca zwei Wochen, hatte sie sich an das Geräusch und an das „Hinterher schleifen“ gut gewöhnt und auch hatte mich daran gewöhnt die Leine immer mal wieder aufzurollen und loszulassen, nun konnte angefangen werden zu Arbeiten. Wir haben zuerst mit dem Rückruf begonnen und dann mit frei bei mir laufen. Da das eine nicht ohne das andere geht. Zum Verständnis ich sage nie frei bei Fuß laufen. Vela hat bei mir Handlungsspielraum von etwa 1,5 Meter um mich herum wo sie sich beim Signal „aufhalten“ darf.

Stufe eins – Aufbau vom Rückruf

Hier habe ich das einmal Signal wieder verstärkt angewendet. Wichtig: Ich haben das anfangs nicht beim Spaziergang im Laufen geübt, sondern an 2 festen Punkte. Zu Beginn ist es, wichtig die volle Aufmerksamkeit zu haben, von beiden! Im Laufen übte ich den Rückruf erst, als Stufe eins richtig  fest saß – da hier der Umwelt und Ablenkung einfach noch zu groß ist.

Also Vela bekam ihr Signal – kam sie nicht beim ersten Mal (hier wieder das einmal Signal) habe ich es nicht noch mal gesagt, ich klatschte in die Hände und ging einige kleine Schritte rückwärts. Wir arbeiten ja so gut wie immer mit Körpersprache, hier habe ich allerdings auch ein Signal, weil wenn Vela in Stufe zwei ist und wir Rückruf im Laufen üben kann sie mich ja nicht sehen und sie ist auf ein verbales Signal angewiesen. Jedoch zu Verstärkung gebe ich dabei auch immer keine Schritte rückwärts.

 

Das lenkt die Aufmerksamkeit auf mich und macht mich interessant, also kann ich auch mit Körpersprache über Distanz arbeiten. So übten wir einige Male bis sie verstanden hatte, am Signal gibt es nichts zu diskutieren. Wir haben so oft es geht beim Spaziergang das geübt, immer mal 10 Minuten. Das ist vollkommen ausreichend.

Wie man merkt, ist die Schleppleine  erst mal völlig uninteressant. Ich sehe die Schleppleine als Absicherung, so wende sie auch so im Training an. Wenn Vela nicht auf die entfernte Körpersprache reagiert hat, konnte ich die Leine zur Hilfe nehmen.

Ohne die Schleppleine hätte ich auf sie zugehen müssen und Vela hätte gewonnen. Für ihr Ego wäre mein Aufgeben enorm gewesen. Dies möchte ich natürlich im Training nicht erreichen. Sie verschafft Sicherheit wo ohne Leine einfach immer ein Restrisiko bleibt und ich möchte im Training eine ideale Bedingung für mich und Vela schaffen.

 

Stufe 2 vom Rückruf

Als Stufe eins bomben fest saß, habe ich angefangen sie zu rufen beim Spaziergang, Vela hatte das sofort super gemacht, da ich Stufe eins intensiv aufgebaut hatte. Hier sage ich: Lieber etwas länger die einfachen Dinge üben, damit der Rest umso leichter fällt.

In Stufe 3 haben wir die Schleppleine wieder abgemacht und einen Rückruf ohne Leine war kein Problem mehr. Mir hat die Schleppleine vor allem im Kopf sehr geholfen, Vela konnte schön frei laufen und trotzdem war eine Absicherung garantiert. Ich konnte souveräner reagieren, was wiederum unser gegenseitiges Vertrauen aufgebaut und verstärkt hat. Ich benutze sie immer noch regelmäßig zum Üben, zum wandern in unbekannten gebieten oder einfach, wenn Vela einen schlechten Tag hat und Hilfe benötigt. Auch bei Hundebegegnungen! Den Vela ja gerne aus dem Weg geht. Wie man die Schleppleine bei Hundebegegnungen benutzt, erfahrt ihr im nächsten Artikel!

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